Wissenschaft
Ameisen stopfen Schlaglöcher - mit sich selbst

Um mehr Beute nach Hause zu bringen, stopfen tropische Ameisen „Schlaglöcher“ auf ihrem Weg mit dem eigenen Körper.

dpa BRISTOL. Um mehr Beute nach Hause zu bringen, stopfen tropische Ameisen „Schlaglöcher“ auf ihrem Weg mit dem eigenen Körper. Auf der so geglätteten Route kommen die übrigen Arbeiter schneller voran, berichtet eine Gruppe um Scott Powell von der Universität Bristol (Großbritannien) im Journal „Animal Behaviour“.

Die Gruppe hatte Ameisen (Eciton burchellii) in Experimenten unter anderem über schmale Holzleisten laufen lassen, in die zuvor Löcher gebohrt wurden. Ameisen passender Größe krabbelten über die Löcher - und verharrten dort. War ein Insekt zu klein, kooperierten mehrere. Der Verkehrsfluss der mit Beute beladenen Ameisen in Richtung des Nestes beschleunigte sich daraufhin, berichten die Forscher.

Obwohl die „wandelnden Pfropfen“ nicht direkt an der Futtersuche der Gruppe teilhaben, sei ihr Beitrag für das ganze Volk von Vorteil, heißt es in dem Journal weiter. Insgesamt führe dieses hoch spezialisierte Verhalten zu einer Steigerung der Nahrungsaufnahme.

Sobald die Karawane auf dem Weg zurück ins Nest und damit zur Brut vorbeigezogen sei, kämen auch die „niedergetrampelten“ Artgenossen aus ihren Löchern hervor und folgten der Gruppe. Die in Zentral- und Südamerika lebenden Ameisen brechen von Zeit zu Zeit zu spektakulären Raubzügen mit bis zu 200 000 Tieren auf.

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