Wissenschaft
Eingefrorene Maus nach 15 Jahren Vater

Washington (dpa) ­ Forscher haben mit dem Sperma einer 15 Jahre lang tiefgefrorenen Maus gesunden Mäusenachwuchs gezeugt.

Washington (dpa) ­ Forscher haben mit dem Sperma einer 15 Jahre lang tiefgefrorenen Maus gesunden Mäusenachwuchs gezeugt.

Wie japanische Wissenschaftler in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“; Online-Vorabveröffentlichung) weiter berichten, lässt sich auch mit Spermien aus Hoden oder Nebenhoden, die ohne weitere Behandlung für Wochen und Monate eingefroren wurden, Nachwuchs zeugen.

Die Forscher sind zuversichtlich, dass auch seit Mill. Jahren ausgestorbene Tierarten wie das Mammut nachgezüchtet werden können, wenn es gelingt, Spermien aus den im Permafrostboden konservierten Körpern zu gewinnen.

Sperma durch Einfrieren zu konservieren und zu einem späteren Zeitpunkt zur Zeugung einzusetzen, ist an sich nicht neu. Die Methode ist nicht nur in der menschlichen Fortpflanzungsmedizin weit verbreitet, sie wird auch in der Tierzucht eingesetzt, oder um das Erbgut bedrohter Tierarten zu erhalten. Bei Mäusen allerdings hat das bisher verwendete Gefrierverfahren mit Hilfe von Frostschutzmitteln den Nachteil, dass das Sperma nach dem Auftauen die Eizellen oftmals nicht mehr richtig befruchtet. Dies trifft vor allem auf bestimmte, in der Wissenschaft häufig eingesetzte Labormäuse zu.

Die Wissenschaftler um Atsuo Ogura von Bioresource Center in Tsukuba (Japan) suchten also nach einem Verfahren, um Maussperma erfolgreich, aber gleichzeitig auch einfach, Platz sparend und kostengünstig einfrieren zu können. Wie die Untersuchungen zeigten, ist die einfachste Methode, das ganze Tier oder seine Fortpflanzungsorgane ohne jede weitere Behandlung in der Tiefkühltruhe aufzubewahren. Obwohl das Sperma nach dem Auftauen nicht mehr beweglich ist, also quasi tot, bleiben die Zellen genetisch intakt. Per Mikroinsemination in eine Eizelle gespritzt, entstehen daraus gesunde Nachkommen.

In Trockeneis gelagert überstanden die Fortpflanzungsorgane auch eine Flugreise von Großbritannien nach Japan unbeschadet: Am Zielort angekommen, zeugten die Forscher auch mit diesem Material gesunden Nachwuchs. Das erleichtere den Austausch von genetischem Material zwischen vielen Laboren rund um die Welt, schreiben Ogura und seine Mitarbeiter.

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