Wissenschaft
Erbgutanalyse des Kaviars soll Störe besser schützen

Eine Erbgutanalyse des Kaviars soll künftig bessere Hinweise auf den legalen oder illegalen Fang von Stören geben.

dpa BERLIN. Eine Erbgutanalyse des Kaviars soll künftig bessere Hinweise auf den legalen oder illegalen Fang von Stören geben. Durch die Analyse könnte Kaviarschmuggel aufgedeckt und der vom Aussterben bedrohte Riesenfisch besser geschützt werden, teilte das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung mit. Am Wochenende trafen sich Forscher auf einem internationalen Symposium in Berlin, um über einen einheitlichen genetischen Test für Kaviar-Lieferungen zu beraten.

Kaviar besteht aus den begehrten Eiern der Stör-Weibchen. Lebensmittelchemiker könnten bei genetischen Tests von Kaviarproben heute oft schon erkennen, ob der Stör in geschützten Gewässern gelebt hat oder nicht, sagte Arne Ludwig vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Wenn ein Fisch nachweislich aus illegalem Fang stamme, würden Händler den Kauf des Kaviars ablehnen, ergänzte Ludwig. Das könnte Stör-Anglern langfristig die Motivation für ungesetzliche Fänge nehmen. „Die Händler sind an legaler Ware interessiert. Sie leben vom Image“, ergänzte Ludwig.

Störe sind urtümliche Riesenfische, die mehr als 200 Kilo auf die Waage bringen können. Die Kaviar-Lieferanten sind seit der Überfischung der Gewässer jedoch weltweit vom Aussterben bedroht. Insbesondere Arten aus dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer sind extrem selten geworden, wie das Leibniz-Institut mitteilte. Bereits Mitte der 90er Jahre wurden dort Fangquoten eingeführt. Doch die Überwachung ist schwierig.

Genetische Tests, bei denen das Erbgut des Tieres (DNA) untersucht wird, sagen heute nicht nur aus, ob das Tier auf einer Fischfarm oder wild gelebt hat. Die diagnostischen Muster lassen sogar detaillierte Rückschlüsse auf das Gewässer zu. „Voraussetzung ist nur, dass wir genügend Daten über diese Gewässer haben“, erläuterte Experte Ludwig.

Mit einem Gen-Test können weltweit Vergleichswerte ermöglicht werden. „Später sollen die Tests zu einem Gesetz werden“, ergänzte Ludwig. Bereits heute müssten Händler beim Kaviarverkauf die Art des Störs und das Herkunftsland ausweisen.

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