Wissenschaft
Galaxie in elf Milliarden Lichtjahren Entfernung

Eine Gruppe internationaler Astronomen hat die bislang detailreichsten Aufnahmen einer jungen Spiralgalaxie aus der Frühzeit des Universums geschossen.

dpa MüNCHEN/LONDON. Eine Gruppe internationaler Astronomen hat die bislang detailreichsten Aufnahmen einer jungen Spiralgalaxie aus der Frühzeit des Universums geschossen.

Das Team um Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München beobachtete eine elf Mrd. Lichtjahre entfernte Galaxie, die der Milchstraße ähnelt, kurz nach der Entstehung. Das Licht dieser Sterneninsel ist wegen der enormen Entfernung elf Mrd. Jahre zur Erde unterwegs und zeigt die Galaxie daher zu einer Zeit, als das Universum erst etwa ein Fünftel seines heutigen Alters hatte. Von den Beobachtungen versprechen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung von Galaxien, wie sie im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd. 442, S. 786) von diesem Donnerstag schreiben.

Das beobachtete Sternensystem BzK-15 504 hat sich nach Auskunft des Forscherteams etwa drei Mrd. Jahre nach dem Urknall gebildet. Die Astronomen nahmen es mit dem neuartigen Infrarot-Spektrometer Sinfoni am Very-Large-Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile ins Visier. Damit gewannen sie Aufnahmen mit einer bisher bei solchen Beobachtungen nicht möglichen Auflösung - sie zeigen in der Galaxie noch Details, die 1 800 Mal kleiner am irdischen Himmel erscheinen als der Vollmond. „Zum ersten Mal haben wir derart detailreiche Bilder der Gasbewegung in einem elf Mrd. Lichtjahre entfernten Sternsystem gewonnen“, sagte Genzel, Direktor am Garchinger Max-Planck-Institut.

Die Bilder zeigen eine große rotierende Scheibe, aus der Gas zu einem beständig wachsenden Kernbereich der Galaxie fließt. Die Forscher schließen daraus, dass in der jungen Galaxie gerade sehr viele Sterne entstehen und die bereits vorhandenen Sonnen noch sehr jung sind.

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