Wissenschaft
Grönlands Eispanzer verliert jährlich 150 Kubikkilometer

Der grönländische Eispanzer verliert nach Erkenntnissen des Berliner Polarforschers Prof. Wilfried Korth jedes Jahr bis zu 150 Kubikkilometer Eis - eine Folge der globalen Erwärmung.

dpa MüNSTER. Der grönländische Eispanzer verliert nach Erkenntnissen des Berliner Polarforschers Prof. Wilfried Korth jedes Jahr bis zu 150 Kubikkilometer Eis - eine Folge der globalen Erwärmung.

Der jährliche Verlust entspricht damit etwa dem dreifachen Wasservolumen des Bodensees. „Die Veränderung großer Eismassen ist ein klimarelevantes Signal“, sagte der Experte von der Technischen Fachhochschule Berlin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa in Münster.

Die großen Eismassen lieferten sehr zuverlässige Informationen, weil sie nur auf größere Veränderungen reagierten. „Die Eiskappen in Grönland sind so träge, dass sie kurzfristige lokale Veränderungen praktisch nicht bemerken und nur auf die langfristigen globalen Veränderungen reagieren“, sagte er.

Korth führte 2002 und 2006 Höhenmessungen auf einer 700 Kilometer langen Strecke in Grönland durch, um bereits vorhandene Satellitendaten zu überprüfen. Seine Ergebnisse stellte Korth auf der 23. Internationalen Polartagung der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung in Münster vor. An dem Kongress nehmen noch bis Freitag rund 150 Wissenschaftler teil. „Das gesamte Profil, das wir vermessen haben, zeigt die gleiche Verhaltensweise. Die Höhe des Eises hat überall abgenommen.“ Deswegen könne man auch über die Messstandpunkte hinaus analoge Schlüsse über die Entwicklung der Eishöhe in Grönland ziehen.

Die Expedition über 700 Kilometer absolvierten Korth und sein Team auf Skiern. Auf dieses Fortbewegungsmittel seien sie zunächst aus sportlichem Ehrgeiz gekommen. „Wir wollten eine große Skiexpedition mit einem interessanten wissenschaftlichen Projekt verbinden.“ Erst während der Expedition habe sich herausgestellt, dass die Fortbewegung auf Skiern von großem Vorteil war: Motorschlitten wären im angetauten Schneematsch in Grönland versackt. Im Jahr 2010 will Korth eine dritte Grönlandexpedition unternehmen - dann wieder auf Skiern.

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