Wissenschaft
Röntgenfilm enträtselt Vogelgesang: Tiere singen wie Menschen

Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat Singvögel während ihres Gesangs geröngt und damit das Geheimnis des Vogelgesangs enträtselt: Die Tiere formen ihre Töne demnach ähnlich wie Menschen in der Kehle und nicht wie bisher angenommen durch unterschiedliche Öffnung des Schnabels.

dpa WASHINGTON/BERLIN. Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat Singvögel während ihres Gesangs geröngt und damit das Geheimnis des Vogelgesangs enträtselt: Die Tiere formen ihre Töne demnach ähnlich wie Menschen in der Kehle und nicht wie bisher angenommen durch unterschiedliche Öffnung des Schnabels.

Das berichten die Forscher um den deutschen Biologen Tobias Riede von der Berliner Humboldt-Universität im US-Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Der Stimmapparat der kleinen Sänger zeichnet sich demnach - ebenso wie der des Menschen - durch große Flexibilität aus. Die Forscher machten Röntgenaufnahmen von Roten Kardinälen (Cardinalis cardinalis). In den Röntgenfilmen ist zu sehen, dass die Vögel ihre Stimmbänder beim Singen zyklisch dehnen. Diese Bewegung pflanzt sich in den Rachen fort, drückt ihn leicht zusammen und schafft dabei freien Raum, der die tieferen Töne hergibt.

Dagegen waren Biologen bisher davon ausgegangen, dass der Stimmtrakt von Vögeln starr ist und die kleinen Sänger ihre Tonalität ausschließlich durch Veränderung ihrer Schnabelöffnung erlangen. „Singvögel, die ihre Laute genau wie Menschen erlernen, zeigen damit eine weitere Analogie zum Menschen - die präzise Bewegungssteuerung, um in der Kehle komplexe Laute zu erzeugen“, merkte Riede dazu an.

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