Wissenschaft
Schrittmacher-Test an Schafherzen soll Versuchstiere verschonen

Wiederbelebte Schafherzen sollen beim Test von Herzschrittmachern künftig lebende Versuchstiere ersetzen.

dpa BREMERHAVEN. Wiederbelebte Schafherzen sollen beim Test von Herzschrittmachern künftig lebende Versuchstiere ersetzen.

Einer Forschungsgruppe an der Hochschule Bremerhaven gelang es am Montag nach den Angaben von Sprecherin Daniela Krause-Behrens, das Herz eines für den Verzehr geschlachteten Schafs für knapp zwei Stunden wieder zum Schlagen zu bringen. Ziel sei eine Wiederbelebung für rund fünf Stunden, hieß es. Vorteil des in Bremerhaven entwickelten Verfahrens sei, dass das Organ ohne Änderung des normalen Schlachtvorgangs entnommen werde.

Nach den Angaben von Krause-Behrens wurden vergleichbare Verfahren bereits mit Schweineherzen erprobt. Sie hätten jedoch den Nachteil, dass der Ablauf der Schlachtung geändert werden müsse. Für die Entnahme der Organe und ihre Verpackung für den Transport in ein Labor stünden maximal sieben Minuten zur Verfügung. Dieser Zeitraum lasse sich bei einer normalen Schlachtung von Schweinen nicht gewährleisten.

Bei der in Bremerhaven angewandten Methode werden Herz und Blut eines Schafes unmittelbar nach der Tötung des Tieres entnommen und in das Labor gebracht. Dort wird das Organ wieder zum Schlagen gebracht. Der Blutkreislauf wird dabei mit Hilfe eines Dialyse-Geräts aufrechterhalten.

Die Bremerhavener Hochschule räumt der Methode einer befristeten Wiederbelebung von Organen große Entwicklungschancen ein: „Wir denken, das darin noch viel Innovationspotenzial steckt, wenn man Versuche an lebenden Tieren vermeiden will“, sagte Krause-Behrens.

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