Wissenschaft
Sozialer Status ist bei Hyänen erblich

Hyänen-Mütter vererben ihren sozialen Rang im Rudel an ihren Nachwuchs. Dies geschieht mit Hilfe männlicher Geschlechtshormone, berichten US-Forscher im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd. 440, S. 1 190).

dpa LONDON. Hyänen-Mütter vererben ihren sozialen Rang im Rudel an ihren Nachwuchs. Dies geschieht mit Hilfe männlicher Geschlechtshormone, berichten US-Forscher im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd. 440, S. 1 190). Der Gehalt an diesen Androgenen ist bei Tüpfelhyänen-Weibchen erhöht, die in der Rangordnung weit oben stehen.

Ihr Nachwuchs ist deshalb aggressiver, was ihnen wiederum beim Kampf um Nahrung und Partner, also um einen hohen Rang, Vorteile verschafft. Die Studie belege erstmals bei Säugetieren eine Übertragung des sozialen Rangs von der Mutter an ihren Nachwuchs.

Die bis zu 100 Tiere umfassenden Rudel der Tüpfelhyänen (Crocuta crocuta) sind durch eine feste Rangordnung strukturiert, an deren Spitze ein dominantes Weibchen steht. Auch generell sind die Weibchen bei ihnen das dominante Geschlecht: Sie sind größer und vor allem aggressiver als ihre männlichen Artgenossen. Während der Schwangerschaft werden von den Eierstöcken große Mengen männlicher Geschlechtshormone produziert, die über die Plazenta auch den ungeborenen Nachwuchs erreichen.

Stephanie Dloniak von der Michigan State University in East Lansing (US-Bundesstaat Michigan) und ihre Mitarbeiter hatten nun an einem Rudel frei lebender Tüpfelhyänen festgestellt, dass der Androgen-Gehalt mit dem sozialen Rang der Tiere variiert. Je weiter oben ein Weibchen in der Rangordnung steht, desto höher ist in der späten Schwangerschaft der Androgen-Gehalt im Blut. Die Nachkommen der hochrangigen Weibchen verhalten sich nach der Geburt deutlich aggressiver, was ihnen später den Zugang zu Beute oder anderen Ressourcen erleichtert.

Auch „besteigen“ vor allem die männlichen Jungtiere häufiger ihre Artgenossen, beobachteten die Wissenschaftler weiter. Dieses Verhalten sei eine Art Training für die spätere Fortpflanzung, denn ein Weibchen zu erobern sei für die Männchen keine leichte Sache: Zum einen wegen der aggressiven Dominanz der Weibchen, zum anderen weil der weibliche Genitaltrakt bei den Hyänen vermännlicht ist, was die Begattung erschwert. Je häufiger ein Jungtier den Akt üben kann, desto größer ist vermutlich später sein Fortpflanzungserfolg, schreiben die Forscher.

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