Wissenschaft
Stresshormon lindert krankhafte Angst vor Spinnen und Gruppen

Das Stresshormon Kortisol hat bei Testpersonen die krankhafte Angst vor Spinnen und Menschengruppen gelindert.

dpa WASHINGTON. Das Stresshormon Kortisol hat bei Testpersonen die krankhafte Angst vor Spinnen und Menschengruppen gelindert. Die Behandlung könnte derartige Phobien möglicherweise sogar ganz verschwinden lassen, berichten Schweizer, deutsche und US- amerikanische Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften.

Die Gruppe um Dominique de Quervain von der Universität Zürich und Gustav Schelling von der Ludwig-Maximilians-Universität in München hatte Probanden mit sozialer Phobie und Spinnenangst Kortisol oder Kortison schlucken lassen und die Versuchsteilnehmer eine Stunde später dem Angst auslösenden Reiz ausgesetzt. Beide Gruppen berichteten von geringerer Furcht. Zur Kontrolle verabreichten die Forscher einem Teil der Probanden ein wirkungsloses Scheinpräparat (Placebo), das nicht zu einer Linderung der Angstanfälle führte.

Krankhafte Furcht kann zur Ausschüttung von Kortisol im Gehirn führen, was die Gedächtnisabfrage beeinträchtige. Dies kann nach Ansicht der Forscher bedeuten, dass Kortisol während einer Panikattacke Ängste verringert, weil dadurch das Abrufen von mit Furcht behafteten Erinnerungen blockiert wird. An dem Experiment beteiligten sich 40 Probanden mit einer Sozial- und 20 mit einer Spinnenphobie.

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