Wissenschaft
Studie: Auch Mäuse haben ein gewisses Mitgefühl

Das Vermögen, Freud und Leid von anderen mitzuempfinden, gilt als Domäne des Menschen und, ganz begrenzt, des Menschenaffen. Doch selbst Mäuse reagieren auf den Schmerz von Artgenossen, sofern sie mit ihnen vertraut sind.

dpa WASHINGTON. Das Vermögen, Freud und Leid von anderen mitzuempfinden, gilt als Domäne des Menschen und, ganz begrenzt, des Menschenaffen. Doch selbst Mäuse reagieren auf den Schmerz von Artgenossen, sofern sie mit ihnen vertraut sind.

Das haben kanadische Forscher von der Mcgill Universität in Montréal jetzt nachgewiesen. Ihr Bericht steht im Wissenschaftsjournal „Science“ (Bd. 312, S. 1967) von diesem Freitag.

Das Team um Jeffrey Mogil injizierte Mäusen verschiedene Mengen Schmerz erzeugender Stoffe und beobachtete, dass die kleinen Nager stärker reagierten, wenn eine ihnen vertraute Maus ebenfalls unter Schmerzen litt. Dagegen ließ sie der Schmerz einer Maus, die nicht wenigstens eine Woche in ihrer Umgebung gelebt hatte, völlig „kalt“.

Das Mitempfinden der kleinen Nager ging so weit, dass sie nach einer hoch dosierten Injektion weniger Schmerzen anzeigten, wenn die vertraute Mitmaus eine gering dosiert Spritze bekommen hatte und entsprechend weniger Schmerzen offenbarte.

Für den berühmten Verhaltensforscher Frans de Waal, der an der Emory-Universität in Atlanta Menschenaffen beobachtet, drückt diese Reaktion der Mäuse zwar noch kein echtes Einfühlungsvermögen aus. „Sie sind auf einander eingestellt“, räumt der Verhaltensexperte jedoch ein, und hätten eine gewisse Fähigkeit, die Schmerzerfahrung der ihnen vertrauten Artgenossen wahrzunehmen.

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