Wissenschaft
Therapien gegen Sars blieben ohne Wirkung

San Francisco (dpa) ­ Gegen die lebensgefährliche Lungenkrankheit Sars ist die Medizin weitgehend machtlos.

San Francisco (dpa) ­ Gegen die lebensgefährliche Lungenkrankheit Sars ist die Medizin weitgehend machtlos. Keine der während des Ausbruchs im Jahr 2003 erprobten Behandlungen schien die Viruskrankheit wirkungsvoll zu bekämpfen, wie eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Auftrag gegebene Auswertung von mehr als 50 wissenschaftlichen Studien ergab.

Einige der Behandlungen hätten den Patienten sogar eher geschadet als genutzt, berichten Wissenschaftler im Journal „Plos Medicine“ (DOI: 10.1 371/journal.pmed0030343).

Das Schwere Akute Atemwegssyndrom (Sars) tauchte erstmals im Jahr 2002 in China auf. Im folgenden Jahr infizierten sich zwischen März und Juli weltweit mehr als 8 000 Menschen mit dem Virus, 774 starben. Da sich die Krankheit rasch verbreitete und keine Zeit blieb, eine Therapie zu erproben, verabreichten die Mediziner ihren Patienten damals Medikamente, die sich bei anderen Viruserkrankungen als hilfreich erwiesen hatten. Hauptsächlich behandelten sie die Patienten mit antiviralen Medikamenten, die die Vermehrung der Viren stoppen sollten: Steroide, Interferon und so genannte Immunglobuline.

Ein Forscherteam um Lauren Stockman vom Zentrum für Krankheitskontrolle (CDC, Atlanta/US-Staat Georgia) wertete nun 54 Studien aus, die während und nach dem Sars-Ausbruch entstanden waren. Die Wissenschaftler ermittelten, dass die antiviralen Medikamente die Vermehrung der Viren in Gewebekulturen zumindest teilweise stoppte. In 26 von 30 Patienten-Studien fanden sie jedoch keinen überzeugenden Beweis für die Wirksamkeit der antiviralen Therapie. Bei den restlichen vier Untersuchungen schienen die Medikamente den Patienten sogar eher geschadet zu haben.

Ein ganz ähnliches Bild fand sich für die Anwendung von Steroiden: 29 Studien seien nicht beweiskräftig, vier eher schädlich gewesen. Auch die übrigen Therapien seien weitgehend wirkungslos geblieben, heißt es in „Plos Medicine“. Seit 2004 habe es zwar keinen neuen Fall von Sars gegeben, dennoch sei ein Ausbruch der Erkrankung möglich.

Sars geht oft mit einer Lungenentzündung und hohem Fieber einher. Außerdem bekommen die Betroffenen eine Halsentzündung mit Husten und Heiserkeit, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Atemnot. Als Ursache der Erkrankung identifizierten die Wissenschaftler seinerzeit ein bis dato unbekanntes Coronavirus. Es ist heute als Sars-assoziiertes Coronavirus (Sars-CoV) bekannt und wird beim Husten und Niesen durch Tröpfcheninfektion übertragen.

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