Wissenschaft
Überrest des Ostsee-Meteoriten gefunden

Ein Teil des im Januar über der Ostsee abgestürzten Meteoriten ist auf der dänischen Insel Lolland entdeckt worden. Experten des Geologischen Museums in Kopenhagen bezeichneten die ihnen übergebenen Gesteinsproben in der Zeitung "Politiken" als "Sensation".

dpa KOPENHAGEN/SCHWERIN. Der Meteoriten-Experte Thomas Grau aus Bernau bei Berlin, der professionell Überreste abgestürzter Himmelskörper sucht, hatte die Stelle mit Hilfe von Augenzeugenberichten und Videoaufnahmen ermittelt.

Grau sagte der dpa am Wochenende, er habe sechs Tage auf Lolland gesucht und sei am Ende auf einer Wiese fündig geworden. "Da muss noch mehr stecken", zeigte er sich überzeugt. Das Gesteinsstück, das der 36-Jährige aus der Grasnarbe holte, ist seinen Angaben zufolge etwa 30 Gramm schwer, eiförmig und von der Größe eines Tischtennisballs.

Nach Angaben des Geophysikers Henning Haack ist das Gestein mit etwa viereinhalb Mrd. Jahren so alt wie das Sonnensystem. Es sei von einem seltenen Typ, den man bisher weltweit insgesamt nur zehn Mal gefunden habe, hieß es weiter. Im Geologischen Museum hoffen die Experten nun, dass auch andere Meteoritensucher auf Lolland ihr Glück versuchen und etwaige Funde abgeben, wie es in Dänemark auch gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der Meteorit hatte bei seinem Absturz am 17. Januar in ganz Nordeuropa für eine sekundenlange, grelle Feuerkugel am Abendhimmel gesorgt. Unter anderem bei Polizeidienststellen und Radiosendern in Mecklenburg-Vorpommern hatten sich zahlreiche aufgeregte Beobachter gemeldet.

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