Wissenschaft
US-Studie: Schnupfenvirus kann Fettleibigkeit auslösen

Ein weit verbreitetes Schnupfenvirus kann einige Menschen eine Studie zufolge fettleibig machen. Forscher haben das Adenovirus-36 (Ad-36) schon länger in Verdacht, zum Übergewicht beizutragen.

dpa NEW YORK. Ein weit verbreitetes Schnupfenvirus kann einige Menschen eine Studie zufolge fettleibig machen. Forscher haben das Adenovirus-36 (Ad-36) schon länger in Verdacht, zum Übergewicht beizutragen. Die neue Studie bestätigte jetzt, dass dies Virus ruhende Stammzellen im Fettgewebe des Körpers zu Fettzellen verwandeln kann.

Damit dürfte Fettleibigkeit bei einigen Menschen durch eine simple Erkältung, Hals- oder Bindehautinfektion im Auge ausgelöst werden, sagte Mitautorin Magdalena Pasarica von der Staatlichen Universität von Louisiana am Montag in Boston. Dort tagt derzeit die Gesellschaft Amerikanischer Chemiker.

Mit Sicherheit „werden nicht alle Ad-36-infizierten Menschen fettleibig“, räumte Pasarica bei der Präsentation der Studie in Boston ein. Der Untersuchung nach erhöhte die Infektion das Risiko für Fettleibigkeit aber um ein Vielfaches. Das Team suchte bei stark Übergewichtigen nach dem Virus und fand, dass jeder dritte Ad-36- positiv war - im Vergleich zu elf Prozent der schlanken Studienteilnehmern.

Parallel dazu untersuchten die Forscher das Fettgewebe von Patienten, die sich Fett durch so genannte Liposuction hatten absaugen lassen: Bei jedem Zweiten waren die Stammzellen im Fettgewebe mit AD-36 infiziert. Den Mechanismus, über den das Schnupfenvirus Stammzellen in Fettzellen verwandelt, hat das Team bisher nicht ergründet. Es glaubt aber, dass ein als E4orfl bekanntes Gen des Adenovirus für den Vorgang mitverantwortlich ist.

In Laborexperimenten hatten die Forscher bereits gezeigt, dass das Virus ruhende Stammzellen aus Fettgewebe in Fettzellen umwandeln kann. Stammzellen, die nicht mit dem Virus in Kontakt kamen, blieben dagegen unverändert. Das Virus konnte auch infizierte Versuchstiere fett machen.

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