Wissenschaft
Viren-Impfung schützt vor Krebsvorstufen an Genitalien

Mit einer Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bleiben Frauen oft auch von Krebsvorstufen an den Genitalien verschont. Die Zahl solcher von Papillomaviren verursachten Hautveränderungen reduziere sich um fast die Hälfte, berichten Mediziner im britischen Fachjournal „Lancet“ (Bd. 369, S.

dpa LONDON. Mit einer Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bleiben Frauen oft auch von Krebsvorstufen an den Genitalien verschont. Die Zahl solcher von Papillomaviren verursachten Hautveränderungen reduziere sich um fast die Hälfte, berichten Mediziner im britischen Fachjournal „Lancet“ (Bd. 369, S. 1 693).

Infektionen der Geschlechtsorgane mit humanen Papillomaviren (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Die Forscher um Jorma Paavonen von der Universität Helsinki hatten in ihre Untersuchung mehr als 18 000 Frauen von 16 bis 26 Jahren aus 24 Ländern in Europa, Asien und Amerika einbezogen.

Diese erhielten entweder eine Impfung gegen die vier Papillomaviren 6, 11, 16 und 18 oder aber ein wirkungsloses Scheinpräparat (Placebo). Die Frauen wurden in der Folge durchschnittlich drei Jahre lang regelmäßig untersucht.

Geimpfte Frauen hätten 49 Prozent weniger Hautveränderungen an Scham und Scheide gehabt als die Placebo-Patientinnen, schreiben die Forscher. Hatten die Frauen vor der Impfung schon einmal an einer HPV-Infektion gelitten, schützte der Impfstoff bei 70 Prozent vor einer erneuten Erkrankung. Bei nicht vorbelasteten Frauen wirkte die Impfung bei allen (100 Prozent).

Aus Krebsvorstufen an den Genitalien kann sich binnen einiger Jahre ein Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Dies ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 6 500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Nach der Bundesstatistik des Jahres 2004 sind 1 160 Patientinnen an dieser Krebsform gestorben.

Es gibt etwa 100 verschiedene Papillomaviren, die Hautzellen oder Schleimhäute befallen und unter anderem auch Genitalwarzen hervorrufen können. Voraussetzung für die Entstehung eines Tumors ist eine anhaltende Infektion mit bestimmten HPV-Typen und der Einbau des Virusgenoms in das Erbgut der Betroffenen. Eine Schwächung des Immunsystems oder eine hohe Zahl von Sexualpartnern begünstigen die Ausbildung. Im Laufe ihres Lebens infizieren sich rund 70 Prozent der sexuell aktiven Frauen mit Papilloma-Viren. Bei der großen Mehrheit (70 bis 90 Prozent) kommt es aber zu keiner Erkrankung.

Die Ständige Impfkommission in Berlin hatte Ende März für Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren die Impfung gegen die Viren empfohlen. Der Impfstoff, der seit September in Deutschland zugelassen ist, schützt vor zwei Virentypen (16 und 18), die Tumore am Gebärmutterhals auslösen können. Infektionen mit anderen Papilloma- Virentypen sind trotz Impfung weiterhin möglich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%