Wissenschaftler der Berliner Charité erproben neue Behandlungsmethode
Nanoteilchen vernichten Krebszellen

Mit mikroskopisch kleinen Eisenpartikeln wollen Wissenschaftler der Berliner Charité Krebs-Patienten helfen. In einer ersten Studie werden diese Nanoteilchen gegen bösartige Hirntumore, so genannte Glioblastome, erprobt.

dpa/HB BERLIN. Die auf Wärme basierende Methode werde „zum ersten Mal auf der Welt“ bei 15 betroffenen Patienten angewendet, sagte Studienleiter Klaus Maier-Hauff. In einer Nachfolgestudie, die zurzeit auf ihre Genehmigung wartet, wollen die Berliner Ärzte dann Patienten mit Weichteiltumoren behandeln.

Die Eisenpartikel, die von einer biologischen Hülle umgeben sind, werden direkt in das Tumorgewebe gespritzt. Wegen ihres erhöhten Nahrungsbedarfs nehmen die Tumorzellen die energiereiche Hülle schneller auf als gesunde Zellen. Die so in den kranken Zellen angelagerten magnetischen Nanoteilchen werden anschließend von außen mit einem Magnetfeld erwärmt. Dabei werden die Tumorzellen entweder völlig zerstört oder aber so geschädigt, dass sie leichter durch Bestrahlungen oder Medikamente zerstört werden können.

Jeder der Patienten bekommt sechs Wochen lang eine Kombination aus Nanoteilchen-Injektion, Bestrahlungen und Chemotherapie. Bei den vorangegangenen Tierversuchen hätten Ratten mit derartigen Tumoren allein durch die Nano-Behandlung vier mal länger überleben können, sagte Maier-Hauff. „Eine völlige Heilung können wir damit beim Menschen noch nicht erreichen.“ Man hoffe aber, durch die Kombination der Methoden die Lebenserwartung verbessern zu können.

In der Vorbereitung der zweiten Studie war es den Medizinern gelungen, in einer Kombination der Nanoteilchen-Methode mit herkömmlicher Strahlentherapie den Tumor eines 26-jährigen Mannes vollständig zu vernichten. Dieser Erfolg ließe sich jedoch nicht verallgemeinern, räumt der Leiter der Charité-Arbeitsgruppe Andreas Jordan ein.

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