Wissenschaftler optimieren Methode zur Herstellung von körpereigenen Abwehrzellen gegen die Lungenseuche
Serum aus der Retorte bekämpft Sars

Wisenschaftler sind bei der Bekämpfung des Sars-Virus ein Stück weiter gekommen. Die Forscher aus vier Nationen können die benötigten Antikörper jetzt sehr schnell in großen Mengen im Reagenzglas züchten.

DÜSSELDORF. Die Bilder der Sars-Epidemie, die im vergangenen Jahr Asien heimsuchte, sind noch frisch. Millionen Menschen trugen Schutzmasken auf den Straßen, um sich vor dem tödlichen Virus zu schützen. 900 Infizierte starben, denn es fehlten Medikamente mit Antikörpern, mit denen Ärzte ihren Patienten hätten helfen können. Wissenschaftler aus vier Nationen, darunter Marburger Forscher, sind heute ein Stück weiter. Sie können die benötigten Antikörper sehr schnell in großen Mengen im Reagenzglas züchten.

Kern des Verfahrens ist die unendliche Vermehrung von so genannten B-Gedächtniszellen. Diese Zellen schütten Antikörper für Krankheiten aus, die ein Mensch im Laufe seines Lebens gehabt hat. Die Methode ist prinzipiell auf andere Viren übertragbar. „Das ist ein Meilenstein in der Medizin“, sagt Stephan Becker vom Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg. Zusammen mit Kollegen des federführenden Institute for Research in Biomedicine (IRB) aus der Schweiz, der italienischen Pharmafirma Chiron und des US-amerikanischen National Institute of Health (NIH) hat er das Verfahren entwickelt.

Üblicherweise werden Antikörper direkt aus dem Blut von Infizierten gewonnen. Tritt ein neuer Virus wie Sars auf, gibt es aber zu wenig Menschen mit entsprechenden Antikörpern, um die schnell steigende Zahl von Erkrankten damit behandeln zu können. Die neue Methode, sagen die Forscher, erlaube es nun, binnen drei Monaten genügend Antikörper herzustellen, um selbst eine Epidemie wie Sars mit 8 000 Infizierten bekämpfen zu können.

Die körpereigene Abwehr benötigt ein bis zwei Wochen, um sich auf einen Virus einzuschießen – zu lange für viele Patienten, denn die Krankheitserreger breiten sich schnell aus. Werden sofort passende Antikörper verabreicht, kann der Virus gestoppt werden, bevor er sich vermehrt und Schaden anrichtet.

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