Xerox
Silbertinte verbilligt Bau von RFID-Chips

Der US-Technologiekonzern will mit leitfähiger Tinte zu geringen Kosten elektronische Schaltkreise auf Plastik, Folie oder Kleidung drucken. Als vielversprechendes Einsatzgebiet betrachtet Xerox die RFID-Technik. Die Tinte könnte zudem helfen leichte und flexible E-Book-Lesegeräte oder intelligente Sensoren zu bauen.
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KÖLN. Selbst wenn der Produktname den Verdacht nahelegt - mit der Jagd auf Werwölfe hat Xerox auch künftig nichts am Hut. "Silver Bullet", zu deutsch Silberkugel, heißt eine neue leitfähige Tinte des US-Technologiekonzerns. Damit soll freilich nicht auf Monster geschossen, sondern Plastik, Folie oder Kleidung bedruckt werden. Die so gefertigten Chips erlauben der Industrie, "elektronische Schaltkreise zu geringen Kosten auf neuen Materialien aufzubringen", sagt Paul Smith, Laborleiter am Xerox Research Centre in Kanada, wo die Silbertinte entwickelt wurde.

Die Technik kommt laut Xerox ohne aufwendige Reinraumanlagen aus, die bei der herkömmlichen Chipherstellung nötig sind. Die Moleküle sollen sich von allein so präzise ausrichten, dass sie Strom optimal weiterleiten. "Wir haben den Schlüssel dafür gefunden, Dinge wie Kleidung mit integrierten Computerchips schon heute wahr werden zu lassen", sagt Smith. Sein Arbeitgeber sucht nun Hersteller und Entwickler, die mit Materialproben potenzielle Anwendungen testen.

Als vielversprechendes Einsatzgebiet betrachtet Xerox die RFID-Technik. Solche Funkchips nutzen etwa Logistikunternehmen, um Waren während des Transports zu überwachen. "Silver Bullet" könne zudem helfen, leichte und flexible E-Book-Lesegeräte oder intelligente Sensoren zu bauen. Auch unter den Herstellern von Solarzellen hofft Xerox auf neue Kunden. Eine weitere Idee: Die Pharmabranche könnte "intelligente Pillendosen" entwickeln. Die zeigen automatisch an, welche Medikamente ein Patient bereits eingenommen hat.

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