Yxlon-Technik ersetzt herkömmliche Röntgengeräte
Automat erkennt Sprengstoff im Koffer

Eine neue Kontrolltechnik untersucht die chemische Zusammensetzung des Gepäcks und kann die Kontrolle per Hand überflüssig machen. Im kommenden Jahr wird die erste Anlage der neuen Generation in Hamburg den Betrieb aufnehmen.

HB DÜSSELDORF. Die Sicherheitsvorkehrungen auf den Flughäfen sind seit den Terroranschlägen in New York drastisch verschärft worden. Bevor heute ein Gepäckstück im Bauch einer Maschine verstaut wird, wurde es genauestens untersucht. Koffer und Taschen, die rund eine Stunde vor Abflug aufgegeben werden müssen, passieren auf dem Weg zum Flugzeug etliche Kontrollen. Immer wenn eine Station etwas Auffälliges erkennt, leitet sie das Gepäckstück zu einer weiteren Kontrollstation weiter, die den Inhalt mit einer anderen Technik durchleuchtet. Erst wenn sichergestellt ist, dass keine gefährlichen Dinge enthalten sind, wird der Koffer oder die Tasche zum Flugzeug transportiert.

Diese aufwendige Überprüfung kann mittlerweile vollautomatisch durchgeführt werden. Das Hamburger Unternehmen Yxlon International Security GmbH hat im Auftrag des Innenministeriums ein Gepäckprüfsystem entwickelt, dass jeden im Koffer enthaltenen Stoff identifiziert und entscheidet, ob es sich um gefährliches Material, wie etwa Plastiksprengstoff, oder um harmlose Dinge, wie beispielsweise Zahnpasta, handelt. Bisherige Geräte prüfen hauptsächlich die Dichte und das Volumen der Kofferinhalte und sortieren so auffälliges Gepäck aus. Dieses muss dann per Hand und im Beisein des Fluggastes kontrolliert werden.

Yxlon setzt bei seinen Kontrollen auf das Prinzip der Röntgenbeugung, der so genannten Diffraktionstechnik. Diese wirft einen Blick auf die molekulare Zusammensetzung der Stoffe und kann so herausfinden, ob sich in einer Tube Zahnpasta oder Sprengstoff befindet. „Die Diffraktion hat den klaren Vorteil, dass sie Informationen über die chemische Zusammensetzung verrät“, sagt Wilfried Wurth vom Institut für Experimentalphysik an der Uni Hamburg. Die Röntgenstrahlen erzeugen unter einem bestimmten Winkel charakteristische Beugungsmuster. Sie werden von einem Generator in ausgesuchte Spektren zerlegt und durch das zu inspizierende Material – in diesem durch das Fluggepäck – geleitet. Auf der gegenüberliegenden Seite werden die verbleibenden Strahlen von einem Detektor eingesammelt und an einen Rechner geleitet.

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