Bird: Keine Gespräche über Kauf der Handy-Sparte
Siemens-Kooperation schürt weitere Spekulationen

Der chinesische Mobiltelefonhersteller Ningbo Bird hat Spekulationen über angebliche Gespräche mit Siemens über den Kauf der defizitären Mobiltelefonsparte des Münchener Konzerns zurückgewiesen.

HB SCHANGHAI/MÜNCHEN. "Wir bleiben bei unserem ursprünglichen Plan: den Heimatmarkt öffnen und gemeinsam mit Siemens entwickeln", sagte Bird-Manager Ma Sitian am Montag zu Reuters. "Wir kommen dabei voran, und wir werden den Plan nach jetzigem Stand nicht ändern."

Ningbo Bird ist der größte chinesische Handy-Hersteller. Das Unternehmen hatte im Mai eine strategische Partnerschaft mit Siemens geschlossen, in deren Rahmen es den Münchenern Zugang zu rund 30 000 Vertriebsstellen in China gewährt. Im Gegenzug unterstützt der Technologiekonzern Bird bei Entwicklung und Vermarktung. China gilt als der Wachstumsmarkt für Mobiltelefone weltweit - allerdings musste Siemens hier in den vergangenen Jahre stetig Marktanteile abgeben. Fast alle westlichen Anbieter leiden unter der asiatischen Konkurrenz vor Ort.

Siemens hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. September) in seiner Handy-Sparte einen operativen Verlust von 152 Mill. ? eingefahren. Eine Software-Panne bei der neuen 65er-Baureihe hatte die Münchener belastet - zudem drücken hohe Kosten und eine zu langsame Entwicklung. Die zur Jahresmitte für das Segment noch abgegebene Bestandsgarantie hatte Konzernchef Heinrich von Pierer zuletzt nicht mehr wiederholt. Optionen für die Mobiltelefone seien die Sanierung, der Verkauf oder die Schließung, hatte er stattdessen gesagt.

Im dritten Quartal 2004 verbuchte Siemens als Nummer vier der Branche noch einen Marktanteil von 7,6 % - anderthalb Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

Als möglicher Partner für einen Verkauf oder aber die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens gilt Ningbo Bird. "In der ersten Jahreshälfte 2005 wird es alleine um Siemens und die Frage gehen, ob sie das Handygeschäft behalten, konsolidieren oder verlassen", hatte Neil Mawston von dem Marktforschungsinstitut Strategy Analytics erst kürzlich gesagt. Fast alle Analysten würden es begrüßen, wenn Siemens dem Segment den Rücken kehren würde.

Allerdings konnte auch Ningbo Bird 2004 nicht die Wachstumsraten des Vorjahres erreichen. Im laufenden Jahr werde das Unternehmen 13 bis 14 Mill. Geräte verkaufen nach rund zwölf Mill. Einheiten 2003, sagte Sitian. Zum Jahresbeginn hatte Ningbo Bird noch einen Verkauf von 20 Mill. Handys in Aussicht gestellt. "Wir sind zuversichtlich, dass wir Marktführer bleiben werden", ergänzte der Bird-Manager. "Aber das hohe Wachstum von vor zwei Jahren dürfte nur schwer nochmals zu erreichen sein."

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