"Delle" im Mobiltelefonabsatz erwartet
Panne kratzt am Siemens-Image

Siemens hat durch einen Verkaufsstopp für seine neueste Handy-Modellreihe einen schweren Rückschlag erlitten. Trotz der Software-Panne bei seinen aktuellen Mobiltelefonen erwartet der Hersteller keinen gravierenden Absatzeinbruch.

HB MÜNCHEN. Ob die in dem Geschäftssegment für das laufende Quartal angestrebte Rückkehr in die schwarzen Zahlen aber noch zu schaffen ist, ließ der weltweit viertgrößte Hersteller von Mobiltelefonen am Freitag zunächst offen. Damit könnten erneut jene Stimmen Auftrieb erhalten, die an der langfristigen Zukunftsfähigkeit des Konzerns im Handy-Geschäft Zweifel hegen. Analysten warnten unterdessen davor, das Software-Problem überzubewerten.

"Es ist schlichtweg zu früh, hier etwas zu sagen", erklärte ein Sprecher der Siemens-Mobilfunksparte ICM in München auf die Frage nach den Auswirkungen der Panne auf die bisherige Prognose für das Quartal. Mit Blick auf die erwarteten Absatzfolgen fügte er hinzu: "Wir werden eine Delle haben, aber keinen Einbruch." Es sei richtig, dass einige Netzbetreiber beim Verkauf von Handys der Baureihe nun vorerst abwarteten. Siemens könne aber nicht sagen, ob alle großen Mobilfunk-Anbieter die Geräte zunächst aus dem Sortiment genommen hätten. Die Siemens-Aktie, die vor den Aussagen des Sprechers noch mit 0,2 % im Plus gelegen hatte, drehte kurz danach ins Minus. Sie verlor bis gegen Mittag 0,9 % auf 55,91 ?.

T Deutschland-Mobile erklärte unterdessen, die Modelle M, CT und CXT der 65er-Baureihe "für ein paar Tage" aus den Läden zu nehmen, um neue Software aufzuspielen. Die niederländische KPN, die in Deutschland mit E-Plus vertreten ist, kündigte an, Kunden könnten betroffene Siemens-Telefone gegen die Modelle anderer Anbieter austauschen. Der Start des Modells S65 Anfang September werde ausgesetzt. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge haben auch die Siemens-Großkunden Vodafone und O2 die Geräte der 65er Serie vorerst aus dem Sortiment genommen. Vodafone und Orange wollten sich zu konkreten Schritten zunächst nicht äußern.

Nach Schätzungen eines Branchenexperten dürften allein in Deutschland bereits mehrere hunderttausend Handys der 65er- Modellreihe von Siemens über die Ladentische gegangen sein. Die Software-Erneuerung sei kein großes Problem, die große Frage sei aber, ob das Siemens-Image unter der Panne leide und sich die Nachbesserungen langfristig auf den Absatz auswirkten, hieß es.

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