Frewilliger Verhaltenskodex
Verbraucherschutz-Siegel gegen „Handy-Abzocke“

Abonnements für Klingeltöne und Handy-Spiele genießen keinen guten Ruf: Zu oft lauerten in der Vergangenheit versteckte Kosten und andere unlautere Methoden bei den Angeboten. Ein neues Verbraucherschutz-Siegel soll seriöse Anbieter kennzeichnen. Damit werden Unternehmen ausgezeichnet, die eine frewillige Selbstverpflichtung unterschreiben.

HB BERLIN. Abos für Klingeltöne und Handyspiele können kräftig ins Geld gehen. Mit einem neuen Verbraucherschutz-Siegel wollen deutsche Mobilfunkanbieter nun gegen versteckte Kostenfallen vorgehen: An dem Siegel „Unterzeichner Verhaltenskodex Premiumdienste Mobilkommunikation“ können Kunden künftig feststellen, ob ein Unternehmen die freiwillige Selbstverpflichtung der Branche für mehr Verbraucherschutz unterzeichnet hat.

Der Verhaltenskodex legt branchenweite Richtlinien für teuere SMS-, MMS- und Online-Angebote fest. Unterzeichnet haben ihn neben Netzbetreibern wie T-Mobile und Vodafone auch Inhalteanbieter wie Jamba. „In der Vergangenheit hatte die Branche nicht den besten Ruf“, sagte der Medienexperte Jo Groebel am Dienstag bei der Präsentation des Siegels in Berlin.

„Durch Abzocker wurden die Mehrwertdienste diskreditiert“, erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Krings. Das Vertrauen der Kunden solle daher durch mehr Transparenz zurück gewonnen werden, betonte der Leiter des Produktmanagements von Jamba, Jens Begemann.

Der Kodex vereinheitlicht nicht nur die Bestellung und Kündigung von Abonnements – er schützt die Verbraucher vor allem vor betrügerischen Angeboten: So muss ein Mobilfunk-Nutzer beispielsweise nach der Bestellung eines Abos durch eine SMS aufgefordert werden, den Vertragsabschluss zu bestätigen. Diese SMS enthält unter anderem genaue Angaben zum Preis. Erst durch die Besttigungs-SMS kommt ein Vertrag zustande.

Außerdem müssen die Anbieter von SMS-, MMS- und Online-Diensten ihre Kunden darauf hinweisen, wenn etwa die Kosten für ein Klingelton-Abonnement einen bestimmten Wert überschreiten. Bei Abos ab 20 Euro pro Monat und einmaligen Leistungen ab 50 Euro erhält der Kunde automatisch eine sogenannte Rechnungswarnung. „Hier geht der Kodex über die gesetzlichen Vorgaben hinaus“, betonte Groebel, der die Einhaltung des Kodex als unabhängiger Treuhänder überwacht. Seit Anfang September sind die Regeln für alle 30 Unterzeichner verbindlich.

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