Garmin Vivoactive im Test
Der dünne Dauerläufer

Wenn anderen Sportuhren der Saft ausgeht, ist die Vivoactive von Garmin noch immer einsatzbereit. Das macht sie für Freizeitsportler zu einem wertvollen Begleiter. Doch der Minicomputer ist nicht für alle Athleten ideal.
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MünchenWo ist die nächste Steckdose? Die Frage treibt uns um, seit es Smartphones gibt. Mit den neuen Computeruhren, den sogenannten Smartwatches, ist es nicht anders: Viele Modelle müssen spätestens nach Feierabend ans Ladegerät.

Ganz anders die Vivoactive: Bei der neuen Sportuhr von Garmin muss sich der Nutzer keine großen Gedanken über die Stromversorgung machen. Die Minirechner fürs Handgelenk hält locker eine Woche durch, selbst wenn der Besitzer jeden Tag eine Stunde durchs Schwimmbecken pflügt oder über den Asphalt keucht.

Die Vivoactive ist also ein richtiger Dauerläufer, und nicht nur das. Sie kommt vergleichsweise dünn und elegant daher und lässt sich daher problemlos im Alltag tragen. Mehr noch, die Uhr ist geradezu geschaffen fürs Büro, weil sie regelmäßig dazu auffordert, aufzustehen und sich zu bewegen. Der eingebaute Schrittzähler zeigt stets an, ob der Träger seinem Tagesziel nahe kommt oder vielleicht doch noch einmal in die Teeküche gehen sollte.

Abends beim Sport zeigt die Vivoactive dann aber ihre wahre Stärke: Da misst sie die Leistung auf dem Golfplatz, beim Joggen und Schwimmen oder auf dem Velo. Den Golfschläger haben wir nicht in die Hand genommen, bei allen anderen Sportarten aber lässt sich sagen: Die Uhr verrichtet zuverlässig ihren Dienst, misst per GPS das Tempo und die Distanz, wer will kann über einen Brustgurt auch seinen Herzschlag überwachen. Gehen auf dem Smartphone Nachrichten oder Anrufe ein, so zeigt die Uhr sie auf ihrem farbigen, berührungsempfindlichen Bildschirm an und vibriert leicht.

Wer sehen will, wie gut er ist und was er geleistet hat, der kann dies auf der Uhr tun, oder auf einer App von Garmin. Es lassen sich auch andere Anwendungen herunter laden wie bei den Computeruhren der Konkurrenz auch, etwa der Apple Watch. Noch etwas fällt positiv auf: Es braucht keine ellenlange Gebrauchsanweisung, um die Vivoactive zu verstehen. Sie lässt sich intuitiv bedienen, das ist viel wert. Denn nichts ist frustrierender, als mit einer Sportuhr in der Hand zunächst einmal Stunden auf dem Sofa zu verbringen, um alle Menüs und Unterpunkte zu durchdringen.

Alles im grünen Bereich also? Für Freizeitsportler auf jeden Fall. Wer allerdings größere Ambitionen hat, der sollte zu einem anderen Modell greifen, einer etwas ausgefeilteren Uhr; die gibt es von Garmin selbst, oder Konkurrenten wie Polar, Adidas oder Tomtom. Die Spitzenmodelle geben zum Beispiel Trainingsempfehlungen und messen den Puls über Lichtsignale an der Unterseite des Gehäuses. Der Nachteil: Sie sind meist etwas klobig und fressen unendlich viel Strom, fürs Leben jenseits des Trimm-dich-Pfads sind sie daher nicht geeignet.

Die Vivoactive des US-Konzerns Garmin hingegen ist ein guter Kompromiss zwischen Alltag und Sport und könnte deshalb unter den vielen Dutzend Sportuhren zum Bestseller werden.

Daten und FaktenGarmin Vivoactive
FunktionenGPS-gestützte Messung von Aktivitäten; integrierter Schrittzähler;
Anzeige eingehender Anrufe, SMS, E-Mails, Kalendererinnerungen
Unterstützte SportartenLaufen, Radfahren, Schwimmen und Golfen
Weitere FunktionenIntegrierter Schrittzähler; Anzeige
Akku10 Stunden Laufzeit im GPS-Betrieb, sonst laut Hersteller bis zu drei Wochen
SonstigesWechselbare Armbänder
PreisUVP 249 Euro, mit Brustgurt 299 Euro; online ab ca. 190 Euro
Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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