Kein Gesundheitsrisiko
Entwarnung für Handynutzer

Sechs Jahre lang haben die Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz nach möglichen Gesundheitsgefahren durch Handynutzung gesucht. Jetzt geben die Strahlenschützer Entwarnung - und haben zugleich ein paar Tipps parat, wie sich die Strahlenbelastung beim mobilen Telefonieren verringern lässt.

HB BERLIN. Entwarnung für Handynutzer: In einer aktuellen Untersuchung konnten Strahlenschützer keine erkennbaren gesundheitlichen Risiken durch Handynutzung entdecken. Experten des Bundesamts für Strahlenschutz hatten sechs Jahre lang nach möglichen Gesundheitsgefahren gesucht. Fazit der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie: „Die Strahlenbelastung der Bevölkerung liegt trotz zunehmender Technisierung weit unterhalb der Grenzwerte.“

Die Strahlenschützer hatten insgesamt 54 Studien unter die Lupe genommen, die sich mit Fragen zur Strahlenbelastung durch Mobilfunk im Alltag beschäftigen. Dabei fanden sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Mobilfunkstrahlung. Auch Belege für andere Gesundheitsbeschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen konnten die Experten nicht finden.

Es seien auch keine Beweise gefunden worden, dass die Strahlung von Sendemasten solche Beschwerden auslösen könne, so die Strahlenschützer. Das 17 Millionen Euro teure Forschungsprogramm wurde je zur Hälfte vom Umweltministerium und den Betreibern der Mobilfunknetze finanziert. Nach Angaben der Wissenschaftler hatten die Geldgeber jedoch keinen Einfluss auf die Gestaltung und Auswertung der Untersuchung.

Offene Fragen gebe es noch bei den Auswirkungen der Handy-Strahlung auf Kinder und Langzeitnutzer, sagte Umweltminister Sigmar Gabriel bei der Präsentation der neuen Forschungsergebnisse in Berlin. Hier würden die Untersuchungen weitergehen. Der Minister riet Eltern daher davon ab, Kinder im Vorschulalter über längere Zeit mit dem Handy am Ohr spielen zu lassen. Grundsätzlich reichten die deutschen Mobilfunk-Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung aber aus, sagte Gabriel.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND) forderte dagegen ein Handy-Verbot für Kinder. In den Strahlenschutz-Empfehlungen werde nicht berücksichtigt, dass die Mobilfunkstrahlung auf Kinder ganz anders wirke als auf Erwachsene, kritisierte die Organisation. Solange es keine kindgerechten Schutzstandards für die Nutzung von Mobiltelefonen gebe, sollten Kinder daher Handys besser gar nicht benutzen.

Tipps des Bundesamts für Strahlenschutz

Unabhängig vom Ergebnis der Studie rät das Bundesamt für Strahlenschutz, die Strahlenbelastung beim Umgang mit dem Handy selbst zu verringern. Die Experten haben dafür einige Tipps parat:

Nicht bei schlechtem Empfang telefonieren, beispielsweise aus Autos ohne Außenantenne.

Beim Kauf eines Handys auf den SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) achten: Als besonders strahlenarm gelten Mobiltelefon mit einem SAR-Wert von 0,6 Watt pro Kilogramm oder niedriger.

Einen Kopfhörer benutzen, weil sich dann die Antenne als Strahlungsquelle nicht direkt am Ohr befindet.

Möglichst SMS schreiben, weil dann das Handy nicht am Kopf gehalten werden muss.

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