Neue iPods
Apple legt die Latte nochmals höher

Apple hat die Palette seiner populären iPod-Musikplayer komplett überarbeitet und obendrein auch den Preis des erst vor zwei Monaten eingeführten iPhones deutlich reduziert. Mit diesem Schritt will der US-Konzern auch seine Rivalen im Online-Musikmarkt auf Distanz halten.

HB SAN FRANCISCO. Branchenbeobachter und das geladene Publikum in San Francisco nahmen das Herzstück der neuen Musikplayer-Reihe, den iPod touch, am Mittwoch positiv auf. Der Preisabschlag von einem Drittel bei dem iPhone ließ allerdings die Apple-Aktie um gut fünf Prozent nach unten sacken.

Der iPod touch ist quasi ein iPhone ohne Telefonfunktion. Ausgestattet mit dem gleichen berührungsempfindlichen Bildschirm im Breitbildformat, lässt sich das acht Millimeter dünne Gerät mit dem Finger bedienen. Erstmals ist mit ihm ein Musikplayer von Apple mit einer drahtlosen Internetverbindung (WLAN) ausgestattet. Damit lässt sich über eine neue mobile Version von Apples Online-Musikladen, den iTunes Wi-Fi Music Store, ohne Umweg über einen Computer unterwegs Songs und Videos herunterladen. Eine ebenfalls neue, Mobil-Version von Apples Webbrowser Safari soll dabei für einen problemlosen Internet-Zugang sorgen.

Apple-Chef Steve Jobs sparte bei der Vorstellung des iPod touch nicht mit großen Worten. „Das ist eine Offenbarung“, sagte er. Apple geht es darum, der angreifenden Konkurrenz in dem mobilen Musik- und Video-Markt weniger Spielraum zu lassen. Unter anderem bereitet Sony laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ mit seiner mobilen Spielekonsole PSP eine Offensive vor. Mit der PSP sollen sich demnach ähnlich wie bei Apples iPods TV-Shows und Filme aus dem Internet herunterladen lassen. Handy-Weltmarktführer Nokia kündigte an, einen eigenen Internet-Shop namens Ovi für seine Telefone zu starten.

Mit den neuen Modellreihen hat Apple die Hürde für seine Verfolger höher gelegt. Am Tag von Apples Neuheiten-Ankündigung hatte Microsoft den Preis für seinen Musikplayer Zune um 20 Prozent auf 199 Dollar herabgesetzt. „Sie haben den Preis gesenkt, und keiner hat es gemerkt“, sagte Michael Gartenberg, Analyst bei JupiterResearch. „Wenn der Markterfolg des Zune steigen soll, dann müssen sie (Microsoft) eine brauchbare Alternative bieten zu dem was Apple offeriert.“ Nach Angaben des US-Marktforschungsunternehmens NPD Group hatte Microsofts Zune im ersten Halbjahr einen Marktanteil von drei Prozent gegenüber den 71 Prozent, den Apple für sich verbucht.

Nicht erfreut reagierte die Börse dagegen auf Apples Ankündigung, den Preis für das bisher nur in den USA eingeführte iPhone radikal zu senken. Das meist nachgefragte Handy-Modell mit einem Speicher von acht Gigabyte werde künftig mit einem Preis von 399 Dollar gleich 200 Dollar günstiger, kündigte Jobs an. Das Modell mit vier gigabyte Speicher wird eingestellt. Der drastische Preisabschlag weckte bei Analysten Zweifel am iPhone-Absatz. Das Marktforschungsunternehmen iSuppli hält die Preissenkung allerdings für ein gutes Mittel, Apples Position bei Smartphones zu untermauern. Apple habe aber im Juli alle Wettbewerber und Anbieter von Smartphones auf dem amerikanischen Markt überrundet und einen Anteil von 1,8 Prozent am US-Handymarkt erreicht. Jobs zufolge wird das Unternehmen in Kürze das millionste Geräte verkauft haben. Damit hätte Apple das selbstgesteckte Ziele für das Jahr bereits nach rund einem Monat erfüllt.

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