Postinetts Teststrecke
Der Billig-Berry

Der Blackberry für den Rest von uns. Mit dem Curve 8520 begibt sich der Business-Anbieter RIM endgültig in die Niederungen des Massenmarktes. Haben die Kanadier verstanden, wie man richtig spart, wenn nicht der Chef bezahlt? Das Billig-Berry im Preis-Leistungs-Test.
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HB. Das Curve 8520 ist der kleine Bruder des 8900 mit dem eleganten Rahmen im Metallfinish – Blackberrys Erfolgsmodell. Und hier fängt das Sparen schon an: Das 8520 bekommt statt des Metallrahmens nur eine bodenständige Gummiarmierung.

Die erwies sich im Test jedoch als gar nicht so schlecht. Der Kleine liegt griffig in der Hand, die Gummierung schützt die seitlichen Tasten vor Verschmutzung. Das Display ist aus der Restekiste vom Vorgänger. Etwas weniger Auflösung, aber immer noch sehr ansehnlich.

Herausoperiert wurde der GPS-Navigationschip des 8900. Beide schaffen nur Edge statt schnellem UMTS. Zur Verarbeitung machen wir keine Aussagen. Zum Test stand ein Vorserienmodell zur Verfügung. Das allerdings hatte bei der Bildschirmabdeckung Spaltmaße wie ein Trabant an der Motorhaube und der Akkudeckel knarzte. Das darf in der Serie kein Thema mehr sein.

Gut bedienbar: der Trackpad, der die Bedienkugel („Pearl“) ablöst. Blitzschnell gleitet der Finger über die Sensorfläche und der Cursor über den Bildschirm. Weniger schön: Die Anruf-, Blackberry- und Returntasten sind keine einzeln ausgebildeten Tasten mehr, sondern werden über Herunterdrücken der billig anmutenden Plastikabdeckung betätigt. Ob das hält?

Bei der Leistung gibt es nichts zu meckern. Der 512-MHz-Prozessor greift flott auf 256 MB internen Speicher zu, Software- und Internetnutzung über W-Lan machten richtig Spaß. Die exzellenten E-Mail-Fähigkeiten muss man bei Blackberry wirklich nicht mehr extra loben – dafür kauft man das Gerät. Blackberry- und Web-Mailkonten erscheinen übersichtlich in einem Fenster. Schade: keine Online-Synchronisierung von Kontakten ohne Blackberry-Enterprise-Server. Das kann die Konkurrenz besser.

Drei Multimediatasten auf der Geräteoberseite erlauben die bequeme Musiksteuerung. Der hausbackene Musik- und Videospieler ließ sich superleicht per micro-SD-Card, Windows Media-Player oder iTunes-Bibliothek befüllen. Das wollen Konsumenten heute. Mit dem neuen Online-Shop wächst endlich das Angebot an Zusatzsoftware wie Skype, Google-Talk, Facebook und so weiter. Highlight ist die Akkulaufzeit, der 8520 muss bei normaler Nutzung nur alle drei, vier Tage an die Buchse.

Fazit: Blackberry hat gespart, und das merkt man. Trotzdem: Das 8520 wird bei Vodafone ohne Vertrag 290 Euro kosten, das ist angemessen. Das ist ein Blackberry für die Firma, die sparen will. Die Konkurrenz im Konsumentenmarkt ist jedoch groß, das schicke Sony Ericsson Walkman-Handy W 595 gibt es schon für unter 250 Euro und das Touchscreen-Gerät Nokia Xpress Music 5800 liegt ebenfalls unter der 300er-Marke. Das wird nicht einfach für den Billigberry.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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