Postinetts Teststrecke
Nichts für Daumenspieler

Sony hat auf der Spielemesse in Los Angeles seine neue portable Playstation Go präsentiert. Damit können auch PSP-Anhänger künftig unterwegs ihrem Hobby frönen. Besitzer von alten UMD-Drive Spielen schauen in die Röhre: Das Laufwerk ist dem Diätplan zum Opfer gefallen. Doch Sony arbeitet schon an einer Lösung.
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Da freuen wir uns jetzt aber gewaltig. Sony hat seine tragbare Konsole PSP endlich tragbar gemacht. Die neue PSP Go (PSP-N1000) ist nicht einfach eine Schrumpf-PSP nach 90 Grad-Waschgang. Sony hat die seitlichen Kontrollelement abgesägt und in eine kleine Schublade unter dem Bildschirm verpackt. Zusammengeschoben ermöglicht das die im Vergleich zur aktuellen PSP-3000 sehr attraktive Außenmaße.

Auf der E3 in Los Angeles konnten wir die PSP Go einem ersten Test unterziehen. Die Gamingmaschine wird beidhändig bedient und liegt gut in der Hand. Das Vorführgerät war sehr gut verarbeitet. Der Schiebemechanismus schnappte sauber ein, das Scharnier zeigte praktisch kein Spiel. Die straff gelagerten Steuerelemente überzeugten mit korrektem Druckpunkt. Gut gelöst ist die Anordnung des Analog-Sticks. Er ist jetzt im Gehäuse versenkt, war aber trotzdem (oder deshalb?) schön präzise bedienbar. Für westeuropäische Dickdaumen-Nutzer ist der Abstand zwischen oberen Steuerelementen und Gehäusedeckel etwas dürftig, aber mit etwas Übung dürfte dies kein Problem mehr sein.

Schlecht für alle PSP-Besitzer: Beim Upgrade auf die Go werden alle bisherigen, auf UMD-Drive gekauften Spiele wertlos. Denn das Laufwerk ist dem Diätplan - Minus 40 Gramm Gewicht - zum Opfer gefallen. Alle Spiele müssen online in den 16 Gigabyte-großen Speicher geschaufelt werden. Allerdings denkt Sony darüber nach, Upgrade-Kunden legale Online-Kopien von gekauften UMD-Spiele zur Verfügung zu stellen - kostenlos. Wie genau das funktionieren soll und ob das Angebot zeitlich begrenzt sein wird, ist noch nicht klar. Warten wir es ab. Zweiter Nachteil: Die (teuren) Video-Out-Kabel und die Ladestation ("Cradle") der alten PSP sind nicht mehr nutzbar.

Der plan eingelassene Bildschirm ist mit Kunststoff statt Glasfront geschützt und hinterlässt einen sehr guten Sichteindruck bei Gaming und Video. Web-Browsing macht dagegen trotz W-Lan kaum Spaß, ohne Touchscreen bleiben nur die Gamecontroller als Texteingabe. Das reicht mal für eine Web-Adresse, aber E-Mailschreiben oder ähnliches ist eine Qual. Im geschlossenen Zustand zeigt der Bildschirm eine Analoguhr, gleichzeitiges Drücken der Schultertasten holt den Kalender nach vorne.

Neu ist der Bluetooth-Chip. Jetzt können Bluetooth-Kopfhörer oder Headsets - unterstützte Standards A2DP, HSP, AVRCP - angedockt werden. Ansonsten ist die Go aber ein 100-prozentiges Abziehbild der großen PSP. Menüführung, Betriebsystem, Firmware, Memorystick-Slot, Musik-, Video- und Bildfunktionen: alles wie gehabt.

Fazit: Wer seine Playstation Portable unterwegs immer direkt "am Mann" haben will, sollte sich für die platzsparende Go entscheiden. Ebenso Nutzer, die viel Musik auf der PSP hören. Sie ist ab Oktober für 249 Euro im Handel. Alle anderen können beruhigt zur größeren und deutlich billigeren PSP-3000 greifen. Sie verlieren nichts an Spiele- oder Multimediaspaß.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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