Postinetts Teststrecke
Schöner arbeiten

Die gemeine Laptop-Tasche war ihr Tod: Wir reden von der eleganten, klassischen Aktentasche oder dem Diplomatenköfferchen. Was gab (und gibt) es für herrliche Exemplare aus edelsten Materialien und bestechend gestaltet.

HB DÜSSELDORF. Doch was will der arbeitende Homo Digitalis heute noch damit? Ein Laptop würde in den grazilen Kunstwerken keine Dienstreise unbeschadet überstehen und die Taschen letztlich auch nicht.

Gibt es also keine Chance für den Laptop-Sklaven, dem üblichen Kartondesign in schwabbeligem Alltags-Nylon schwarz mit Tragegurt oder dem Pilotenkoffer mit ausziehbarem Griff und Hoppelrollen zu entkommen?

Ein entschiedenes Jein. Die neue Premier Leather Deluxe des Laptop-Taschen-Pioniers Targus trägt erste Züge einer Designer-Tasche. Sie hat eine schlichte Linienführung, elegante Metallverschlüsse, getrennt zu öffnende Klappen und trotzdem ein reichhaltiges Innenleben für den Digital-Nomaden. Es gibt das gepolsterte Notebookfach mit Platz für Rechner bis 15,4-Zoll-Bildschirm, Fächer für CD, Mobiltelefon, PDA und natürlich Computerzubehör.

Wichtig für den Vielflieger: integrierte Dokumenten-Tasche und geschützt angebrachtes Fach für schnellen Zugriff auf Reisepass und Tickets.

Die Tasche hat zwar auch die obligatorischen Befestigungen für den Schulterriemen, aber der kann mindestens auf kürzeren Strecken sicherlich weggelassen werden.

Was leider nicht so toll ist: Der Schutz des edlen Teils gegen unsanfte Bodychecks ist nicht so ausgeprägt wie bei den schlichteren Modellen. Da wird zu Gunsten des Designs ein wenig abgespeckt. Es gibt nicht die tollen luftgefüllten Polster, sondern normale Schaumstoffdämmung, und auch der gute Bildschirmschutz fehlt.

Bei den (nicht abgebildeten) Global-Executive-Taschen sind mehrere, unterschiedlich große Ringe übereinander liegend in die Außenwände eingenäht. Das sieht praktisch aus wie ein umgedrehter Suppenteller auf dem Laptop-Deckel. Erfolgt ein Schlag gegen die Tasche - etwa wenn jemand vom Sitz nebenan seinen Trolley ins volle Handgepäckfach presst -, wird der Druck nach außen abgeleitet. Das stände auch dem Premier Leather Deluxe gut an.

Fazit: Die Alternative für alle, die schöner arbeiten wollen, aber bereit sind, dafür auf das letzte Quäntchen Computer-Schutz zu verzichten.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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