Smartwatch Galaxy Gear
Samsung weckt das Uhrzeit-Monster

Das Handgelenk ist die neue Kampfzone der Technologie-Riesen: Samsung hat auf der IFA in Berlin seine erste Smartwatch angekündigt. Der Konzern ist damit dem Konkurrenten Apple zuvorgekommen.
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BerlinEine Uhr, mit der man telefonieren kann – das klingt nach einem Gadget für James Bond, Michael Knight oder Dick Tracy (je nach Generation). Doch die Realität hat die Fiktion eingeholt: Samsung enthüllte Mittwochabend auf der Elektronikmesse IFA seine Smartwatch Galaxy Gear.

Damit können Nutzer nicht nur eingehende Nachrichten diskret am Handgelenk anzeigen lassen, sondern auch gleich zurückrufen. Ein Griff zum Ohr genügt. Der Computer-Chronometer sei ein „Science-Fiction-Gerät“, sagte Samsung-Manager Pranav Mistry bei der Präsentation in Berlin.

Galaxy Gear steht für einen Trend: Nach den Hosentaschen wollen die Elektronikhersteller jetzt auch Handgelenke und Nasen besetzen – mit Smartwatches und Computerbrillen. Tragbare Technologien gelten in der Branche als Markt der Zukunft. Auch Apple, Google und Microsoft wollen ihn offenbar mit eigenen Entwürfen besetzen. Die Samsung-Präsentation in Berlin zeigt allerdings, sich die Geräte noch nicht unbedingt für den Massenmarkt eignen.

Bislang verkaufen der japanische Elektronikriese Sony sowie eine Handvoll Start-ups internetfähige Smartwatch-Modelle, allerdings mit mäßigem Erfolg. Der Einstieg von Samsung, der Nummer 1 in Sachen Smartphones, bedeutet eine neue Qualität: „Das könnte dem Thema einen großen Schub geben und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen“, sagt Josh Flood, Analyst beim amerikanischen Marktforscher ABI Research. Kaum ein Konzern investiert so viel ins Marketing wie Samsung.

Für den Apple-Rivalen ist die Galaxy Gear mehr als ein Gadget. Der Smartphone-Boom flaut langsam ab, die Zeiten rasanten Wachstums sind vorbei. „Die Unternehmen überlegen sich nun, wie sie die Margen erhöhen können“, sagt Analyst Flood. „Smartes Zubehör und neue Geräte wie Smartwatches oder Computerbrillen sind attraktiv, weil sie Stammkundschaft ansprechen.“

Kommentare zu " Smartwatch Galaxy Gear: Samsung weckt das Uhrzeit-Monster"

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  • Samsung sind nicht die ersten mit so einem Gadget, sie haben nicht die Blaupause geschaffen und es ist auch nicht so, dass es keine Vorlage zum kopieren gab!
    Sony hat so ein Gerät bereits seit längerem im Markt, bisher nur eben mit mäßigem Erfolg, da berichtet aber auch keiner drüber...

  • @keeper
    Sie sagen: "........wenn die Menschen es gewohnt sind, unabhängig von ihrem Standort sowieso über diese IuK-Technologie zu kommunizieren...
    ... dann spielt es keine Rolle mehr, ob die nun alle in einem Büro in München sitzen, oder sonstwo in der Welt.

    Damit wird die Arbeit genauso scheu wie das Kapital:
    besteuer mich, und ich bin weg!..."

    Genau das Gegenteil wird der Fall sein. Wenn alle standortunabhängig arbeiten und liefern können, dann wird die Arbeit in billig aber kompetententen Ländern outgesourced. Nicht die Arbeitnehmer werden weg sein, sondern die Arbeit. Damit sparen die Unternehmer viel Geld.

  • "Autos zusammenbauen".
    Ich spreche von Wissensarbeitern.
    Die Standortfrage des gebundenen Produktivkapitals richtet sich nach anderen Faktoren. Lokale Technologiecluster (vgl. competitive advantage of nations) in Symbiose mit global verteilten Experten. "glocal" ist das Schlagwort.

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