Studien untersuchen Gefahr durch Elektrosmog
Strahlenschützer rücken Handys zu Leibe

Landauf, landab machen besorgte Bürger gegen Mobilfunkmasten mobil – Proteste werden vor allem aus Süddeutschland gemeldet. In Bayern hat die Splitter-Ökopartei ÖDP nun gar ein Volksbegehren durchgesetzt. Danach sollen Gemeinden selbst bestimmen können, wo Sendemasten errichtet werden.

BERLIN. Nach Ansicht der Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) richtet sich der Protest jedoch gegen das falsche Objekt. „Die Strahlung eines Handys beim Telefonieren ist wesentlich höher als die eines Sendemasten“, sagt der Leiter des BfS-Präsidialamtes, Karl Ammansberger. Und je näher man einem Sendemasten ist, desto weniger strahlt das Handy.

Selbst bei Handys bestehe nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft und unterhalb der geltenden Grenzwerte „keine Gefahr“ für die Gesundheit, stärkt das BfS den Herstellern den Rücken. Dennoch: „Ein Nullrisiko ist nicht bewiesen“, zudem gebe es einzelne, wissenschaftlich aber bislang nicht erhärtete „Hinweise“ auf Gesundheitsschäden, sagt BfS-Biologin Gunde Ziegelberger.

Beklagt werden vor allem Stress, Schlafstörungen oder schlicht „Befindlichkeitsstörungen“. Erste Ergebnisse der internationalen Interphone-Studie sprechen dafür, dass die Wahrscheinlichkeit eines seltenen gutartigen Hörnerv-Tumors steigt. Die Reflex-Studie zeigte Genschäden bei Zellkulturen, ist aber umstritten.

Klärung sollen rund 50 Projekte im Rahmen des 2003 angelaufenen „Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms“ bringen, für das das Bundesumweltministerium und die Netzbetreiber je zur Hälfte 17 Mill. Euro bereit gestellt haben. Bis spätestens 2007 sollen diverse Studien Licht ins wissenschaftliche Dunkel bringen. Im Fokus stehen die Auswirkung der Strahlen bei Kindern, die heute im Schnitt ab zehn Jahren Handys nutzen, Langzeitwirkungen und das Zusammenspiel mehrerer Strahlungsquellen.

Ein erstes Zwischenergebnis war, dass viele Handys in der Praxis – anders als Hersteller behaupten – auch im Normalbetrieb immer wieder auf maximale Sendestärke hochregeln, so das BfS. Bislang ging man davon aus, dass dies nur beim An- und Ausschalten, dem Aufbau einer Verbindung oder dem Wechsel vom Bereich einer Basisstation in den der nächsten etwa beim Autofahren, der Fall ist. Die neuen UMTS-Handys haben dieses Problem nicht.

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