Telefonieren in fremden Netzen
Roaming-Gebühren sinken erst im Oktober

Praktisch in allen EU-Mitgliedsstaaten und in Norwegen wird für Urlauber und Geschäftsreisende das mobile Telefonieren in „fremden“ Funknetzen deutlich billiger. Die führenden Anbieter haben vereinbart, die Roaming-Gebühren in zwei Stufen zu senken. Der Haken: Zwei (Urlaubs)-Sommer lang wollen die Betreiber noch einmal Kasse machen.

HB BONN. Wie die Telekom-Tochter T-Mobile am Donnerstag mitteilte, ergibt sich für die Kunden eine Preissenkung um bis zu 50 Prozent. Man habe sich mit dem britischen Anbieter Orange, den italienischen Netzbetreibern Telecom Italia Mobile und Wind, der norwegischen Telenor sowie der schwedisch-finnische TeliaSonera auf eine deutliche Senkung der Einkaufspreise verständigt, die sich die Netzbetreiber gegenseitig für Roaming-Leistungen in Rechnung stellen.

Von Oktober an gilt nach den Angaben von T-Mobile eine Obergrenze von 45 Cent pro Minute, ab Oktober 2007 von 36 Cent pro Minute. Die Preissenkung gelte auch für die jeweiligen Auslandstöchter der beteiligten Unternehmen und damit für fast 200 Millionen Handy-Kunden. Die beteiligten Unternehmen hätten sich verpflichtet, die Senkung der Einkaufspreise möglichst vollständig und zügig an die Kunden weiterzugeben. Ein unabhängiges Gremium werde die Absenkung der durchschnittlichen Endkundenpreise überwachen und alle sechs Monate einen Index veröffentlichen, aus dem die Entwicklung der für den Europäischen Wirtschaftsraum geltenden Endkundenpreise abzulesen sei.

T-Mobile hatte bereits zum 1. Juni seine Preise für Mobilfunkgespräche aus dem Ausland um bis zu 30 Prozent gesenkt. Der in fast allen europäischen Ländern vertretene britische Mobilfunkriese Vodafone ist an der Vereinbarung nicht beteiligt, hat aber seinerseits eine Senkung der Roaming-Preise bis Mitte 2007 um durchschnittlich 40 Prozent auf 45 Cent pro Minute angekündigt.

Nach den Angaben von T-Mobile will die Gruppe der Netzbetreiber die vereinbarten Einkaufspreise auch anderen Netzbetreibern innerhalb und außerhalb Europas „auf der Basis von Gegenseitigkeit“ anbieten. Im Gegensatz zu einer verordneten Roaming-Regulierung, die von der EU-Kommission vorgeschlagen werde, lasse die freiwillige Vereinbarung auch Wettbewerbsspielraum zwischen den Mobilfunkbetreibern bei Preisen und Leistungen zu, betonte T-Mobile.

Die EU-Kommission will ungeachtet der freiwilligen Preissenkung daran festhalten, den Markt per Gesetz zu regulieren. EU-Sprecher Martin Selmayr sagte, aus Sicht der Kommission reiche die Preisreduzierung nicht aus. Die Anbieter müssten weitere Preissenkungen vornehmen. Das vorgelegte Angebot zeige, dass es einen erheblichen Spielraum für weitere Preissenkungen beim Roaming gebe.

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