Telekommunikation
Weiterer Preisrückgang im Mobilfunk

Der Chef des Mobilfunkanbieters T-Mobile, Rene Obermann, rechnet mit einem weiteren Preisrückgang bei Handytarifen. "Die Preise in Deutschland sind auf dem richtigen Weg", sagte der Vorstandsvorsitzende der Telekom-Tochter am Dienstag in Köln. Die Tarife würden einfacher und günstiger. Dies gelte sowohl für Privatverbraucher als auch für den Bereich Geschäftskunden.

dpa KÖLN. Die Preise für Mobilfunkgespräche sind in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Angestoßen wurde die Entwicklung von E-Plus, das mit dem Start ihrer Billigmarke Simyo zur Jahresmitte Druck auf die Tarife ausübte. Vor zwei Wochen folgte dann der Discounter Aldi mit einem eigenen Mobilfunkangebot, bei dem der Minutenpreis bei 15 Cent liegt. Die Marktführer T-Mobile und Vodafone senkten daraufhin ihre Preise für über das Internet buchbare Prepaid-Angebote. Auch für Geschäftskunden würden die Gesprächsminuten günstiger, sagte Obermann.

T-Mobile verspricht sich von dem Preisrutsch bei Handygesprächen eine höhere Nutzung von Mobilfunktelefonen. Der wegen der günstigeren Minutenpreise verloren gegangene Umsatz soll dadurch aufgefangen werden. Einen Verfall der operativen Marge erwartet das Bonner Unternehmen daher nicht. Im Januar will T-Mobile zudem ein eigenes mobiles Festnetz-Angebot auf den Markt bringen, wovon sich die Gesellschaft zusätzliche Einnahmen verspricht. Einige Experten rechnen allerdings, dass die operative Marge bei dem fortlaufenden Preisverfall unter Druck gerät.

Zusätzliche Einnahmen verspricht sich die Telekom von einem Ausbau des Datenanteils am Umsatz. "Der Datenanteil steigt stetig", sagte Obermann. Dazu beitragen soll künftig auch die Kooperation mit der Deutschen Bahn, mit der die Bonner schnelle Internetzugänge über die Wlan-Technik in ICE-Zügen anbieten. Am Dienstag wurde ein Pilotprojekt auf der Strecke Köln-Dortmund gestartet. Bis Mitte kommenden Jahres wollten die Konzerne über eine Fortführung des Projektes entscheiden, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn in Köln.

T-Mobile-Chef Obermann sieht sein Unternehmen gut gerüstet für den Preiskampf auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. "Wir haben diesen Trend vorhergesagt und haben uns mit dem Programm Save for Growth darauf vorbereitet." Mit dem Programm will Deutschlands führender Mobilfunkanbieter eine Milliarde Euro einsparen, die zum Teil in das laufende Geschäft investiert werden sollen. Einen Wettbewerbsnachteil zu Simyo oder Aldi sieht Obermann nicht. "Wir sind zum Teil günstiger als die Billiganbieter."

Die Billiganbieter konnten innerhalb weniger Monate den etablierten Unternehmen viele Kunden abjagen. So kommt Simyo laut Branchenangaben auf über 350 000 Kunden, Aldi gewann alleine in der ersten Woche rund 60 000 Nutzer. Der Discounter kooperiert bei "Aldi Talk" mit E-Plus als Netzbetreiber und Medion als Servicepartner.

Anders als Vodafone hat die Telekom ihr Mobilfunknetz für andere Anbieter geöffnet. So nutzen unter anderem mobilcom und die dänische TDC die Infrastruktur der Telekom für eigene Billigmarken. Weitere Kooperationen schloss Obermann nicht aus. In den kommenden Monaten will Lidl ebenfalls Mobilfunkverträge anbieten und dabei die Preise von Aldi unterbieten. Bereits gestartet ist der Einzelhändler Plus, der mit debitel light zusammenarbeitet.

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