Wettbewerb im PDA-Geschäft
Sony zieht sich bei Taschen-PCs zurück

Der japanische Konzern Sony zieht sich zum Teil aus dem mit Absatzproblemen kämpfenden PDA-Markt zurück. Der weltweit zweitgrößte Anbieter von Unterhaltungs-Elektronik wird den Taschen- Computer Clie nicht mehr in Europa und den USA vertreiben. Man werde sich auf mobile Multimedia-Geräte wie die Spielekonsole Play Station oder die immer kleiner werdenden Notebooks konzentrieren.

HB FRANKFURT. Sony hatte den ersten Clie im Jahr 2000 auf den Markt gebracht. Sony stand im Geschäft mit PDA (Personal Digital Assistant) nach Berechnungen der Marktforscher von IDC und Gartner mit rund 1,4 Mill. Geräten im vergangenen Jahr auf Platz drei hinter Palm One und Hewlett Packard - (HP). Doch seit einiger Zeit haben sich die Marktaussichten verschlechtert. Laut Gartner wurden im vergangenen Jahr 5,3 % weniger PDA-Geräte verkauft.

Die kleinen Helfer werden von zwei Seiten in die Zange genommen. Zum einen wächst die Konkurrenz durch die Mobiltelefone. "Im Laufe des Jahres 2004 werden die Smartphones einen negativen Einfluss gerade auf das untere Segment des PDA- Marktes haben", prognostiziert Todd Kort von Gartner. Angesichts sinkender Preise für Prozessoren und Speicherchips bieten Telefone mittlerweile die gleichen Funktionen wie die niedrigpreisigen PDA. Zum anderen nähern sich von oben die Notebooks, die immer kleiner werden.

Wie sehr sich der Markt verändert, zeigt das Beispiel Palm One. Die US-Firma hatte 1996 den ersten PDA vorgestellt. Doch in der letzten Zeit kämpft die Nummer eins im Handheld-Geschäft mit sinkenden Marktanteilen. Nach Gartner-Berechnungen ist er von 42,5 % im Jahr 2002 auf 36,4 % im vergangenen Jahr gefallen. Im ersten Quartal 2004 fiel der Marktanteil weiter auf nur noch 30,5 %.

Um die Erosion aufzuhalten, versucht Palm One, den PDA mit dem Mobiltelefon zu verknüpfen. Im vergangenen Jahr kaufte die Firma den Wettbewerber Handspring, der mit dem Treo einen PDA mit Telefonfunktionen im Portfolio hat. Mit der gleichen Strategie ist die US-Firma Research in Motion (RIM) seit Monaten überaus erfolgreich. Hinter RIM verbirgt sich der mobile E-Mail-Helfer Blackberry. Der Blackberry-Boom hat RIM im PDA-Markt auf den dritten Platz vor Sony katapultiert.

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