Zahlen per Handy
Bill Gates will Haitianern mobiles Bezahlen ermöglichen

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Zehn Millionen von der Gates-Stiftung

Die Gates-Stiftung hat zehn Millionen Dollar in das Projekt investiert, weitere fünf Millionen kamen von USAID. Die Idee bestand darin, mit der Haiti Mobile Money Initiative den rund 90 Prozent der Haitianer zu helfen, die keine Banken nutzen. Ähnliche Systeme sind in Kenia, Uganda oder den Philippinen bereits populär. Zwei Anbieter, Digicel und Voila, bauten Transfersysteme auf.

Damit kann jeder Nutzer bis zu 250 Dollar auf einmal an einen anderen überweisen. Der kann sich das Geld dann in einem Geschäft auszahlen lassen, zum Beispiel in einem Autoteilehandel oder einem Internet-Café. Bis zu 1.500 Dollar können innerhalb eines Monats überwiesen werden. Internationale Geldtransfers sind noch nicht möglich.

Handy-Nutzer sind misstrauisch

Der frühere Vorstandsvorsitzende von Digicel in Haiti, Maarte Boute, sagte auf einer Konferenz in Barcelona im Februar, es sei nicht einfach, die Kunden zu überzeugen. "Wir hatten angenommen, es wäre so einfach wie ein Mobiltelefon zu verkaufen", sagte er weiter. Fast jeder könne es schnell nutzen, weil es so einfach zu verstehen sei. "Ein mobiler Transferdienst ist nicht so einfach."

Auch die Hilfsorganisation World Vision stieg in das Projekt ein, um Mietzuschüsse leichter auszahlen zu können. Leiter Keith Chibafa erklärte, die Menschen seien misstrauisch. Hinzu komme, dass in einem Fall in einem Flüchtlingslager außerhalb der Hauptstadt einem Partner das Geld ausgegangen sei.

Der Taxifahrer Ernst Figaro sagt, er traue dem neuen Dienst nicht mehr als den Banken. Andere wie Wilner Destina sind dagegen begeistert. Der 40-jährige Straßenmaler registrierte sich vor sechs Monaten, weil er nicht immer stundenlang in den Banken anstehen wollte. Jetzt sei der Geldtransfer einfach, erklärt er.

Digicel-Direktor David Sharpe hofft auf mehr Kunden wie Destina. Er lockt mit einer Lotterie auf dem Handy und will später auch internationale Überweisungen ermöglichen. Weitere Nutzer wird ein Regierungsprogramm bringen, das 100.000 Mütter belohnen will, die ihre Kinder zur Schule schicken.

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Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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