Einblick
Künstliche Intelligenz im Fokus

Neuronale Netze: Die Einsatzmöglichkeiten sind unbegrenzt und reichen von der Reduktion giftiger Stickoxide bei Gasturbinen bis hin zur Steuerung von Stromnetzen.
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KölnDas Gehirn ist Vorbild, wenn Maschinen und Fabriken optimiert werden. Neuronale Netze, ähnlich verknüpft wie Nervenzellen, übernehmen dies auch bei laufendem Betrieb. Sie sind lernfähig und können Daten interpretieren sowie Entscheidungen treffen, erläutert Roland Busch, Chief Technology Officer bei Siemens, in einer Mitteilung zur Hannover Messe - die wichtigste Industriemesse der Welt. Die Veranstalter nennen künstliche Intelligenz (KI) als eines ihrer wichtigsten Themen.

Bei Siemens arbeiten laut Busch heute 200 Experten für neuronale Netze. Die Einsatzmöglichkeiten sind unbegrenzt: von der Reduktion giftiger Stickoxide bei Gasturbinen bis hin zur Steuerung von Stromnetzen. Zumindest in den Großunternehmen der Fertigungsindustrie sind solche Lösungen gefragt und teils schon bewährt. Die Berater von Tata Consultancy Services (TCS) haben 100 Manager der Branche befragt - ihre Unternehmen machen im Schnitt 20 Milliarden Dollar Umsatz. Alle nutzen künstliche Intelligenz oder wollen diese spätestens 2020 einsetzen. "So selbstverständlich wie Mitarbeiter heute Microsoft Office nutzen, werden sie zukünftig KI-Werkzeuge einsetzen", sagt Kay Müller-Jones, Managing Partner Deutschland bei TCS Global Consulting.

In der Produktion muss bis dahin noch viel investiert werden. Die lernfähigen Systeme werden hier erst von 51 Prozent der Befragten verwendet. Aktuelle Schwerpunkte sind dabei die automatisierte Einsatzplanung und das Anlagenmanagement. Die Befragten berichten von einem Umsatzwachstum durch den Einsatz künstlicher Intelligenz um durchschnittlich zwölf Prozent - bei gleichzeitiger Kostensenkung von acht Prozent. Zwar erwarten die Führungskräfte, dass durch die intelligenten Systeme auch neue Stellen entstehen - 13 Prozent bis 2020. Ausgleichen kann das den gleichzeitigen Verlust von Arbeitsplätzen nicht. Er wird auf 20 Prozent veranschlagt.

Stefan Merx
Stefan Merx
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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