Einblick
Mittelstand fehlt es an Strategien

Offenkundig unterschätzen viele Firmenchefs die Digitalisierung. Anders ist nicht zu erklären, dass weltweit 25 Prozent der Mittelständler ihr Geschäftsmodell für "angreifbar" halten, in Deutschland nur zwölf Prozent.
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DüsseldorfDie mittelständischen Familienunternehmen in Deutschland werden immer professioneller geführt. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der jüngst veröffentlichten "Family Business Survey 2016" der Prüfungsgesellschaft PwC. Die Berater machen das vor allem am Anteil familienfremder Geschäftsführer fest. Dieser ist auf 68 Prozent gestiegen - vor vier Jahren lag er lediglich bei 60 Prozent. "Damit hat der deutsche Mittelstand die internationale Konkurrenz in diesem Punkt sogar überholt. Global stehen im Schnitt in 65 Prozent der Firmen Familienfremde an der Spitze", meldet PwC.

Gleichzeitig sind deutsche Firmen im internationalen Vergleich besonders breit diversifiziert: 85 Prozent sind in verschiedenen Branchen beziehungsweise Ländern tätig; weltweit agieren dagegen 30 Prozent aller befragten Firmen nur in einem Markt und Land. Für die Umfrage interviewte PwC international rund 2.800 Führungskräfte, darunter 102 aus Deutschland.

Die deutschen Familienfirmen hätten zudem ihr operatives Geschäft im Griff und wachsen bis 2021 im Schnitt um 6,5 Prozent jährlich, prognostiziert PwC. Doch es gibt auch Kritik von den Beratern: "Trotz ihres Anspruchs, langfristiger zu denken als Publikumskonzerne, lassen Familienunternehmen häufig eine mittel- und langfristige Strategie vermissen. Es fehlt der strategische Unterbau", sagt Peter Bartels, Vorstand Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC. "Dieser strategische Mangel kann zum Wachstumshemmnis werden und sogar das oberste Ziel - den Fortbestand des Unternehmens - gefährden", warnt Bartels.

Offenkundig unterschätzen noch immer viele Firmenchefs die Digitalisierung. Anders ist nicht zu erklären, dass weltweit 25 Prozent der Mittelständler ihr Geschäftsmodell für "angreifbar" halten, in Deutschland aber nur zwölf Prozent. Dazu verfügt jedes vierte deutsche Unternehmen über einen durchdachten Nachfolgeplan.

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