Einstieg in die Roboterproduktion
Toyota setzt auf Roboter für den Alltag

Derzeit ist Toyota einer der größten Arbeitgeber für Industrieroboter. Nun steigt das Unternehmen in die Herstellung von Robotern für den Alltag ein. Ein langfristiger Plan, für den Toyota tief in die Tasche greift.
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TokioBei Toyota kommt die Zukunft humpelnd zu Fuß. Welwalk WW-1000 heißt der neueste Toyota, den Japans größter Autobauer am Mittwoch in Tokio vorstellte. Doch es handelt sich nicht um ein Auto, sondern einen Vertreter der nächsten Evolutionsstufe des japanischen Traditionskonzerns: ein Roboter für das Umfeld der Menschen. Welwalk ist ein Robotersystem, das Schlaganfallpatienten das Gehen wieder beibringen soll.

Die Zukunft sieht allerdings so gar nicht nach Science-Fiction aus, sondern eher wie ein überdimensioniertes Laufband im Fitnessstudio. Das System besteht aus einem weißen Stahlkäfig mit einem Laufband und einem Monitor. An zwei Seilen hängt dann das Herzstück, ein Roboterbein, das wie eine Prothese an das gelähmte Bein des Patienten geschnallt wird.

Auf dem Laufband trainiert das Roboterbein dann unermüdlich mit dem Menschen die Gehbewegungen. Videobilder und Warntöne zeigen in Echtzeit falsche Bewegungsmuster auf und beschleunigen so den Lernprozess, erzählt Toyotas Projektpartner, Professor Eichi Saito von der Fujita Gesundheitsuniversität.

Mit messbarem Erfolg: 60 Prozent schneller soll die robotergestützte Rehabilitation im Vergleich zur herkömmlichen Therapie. Außerdem könnten die Patienten meist mit kleineren Stöcken und Schienen besser gehen. „Ich glaube, die Technik hat großes Potenzial“, sagt Saito.

Große Ambitionen

Toyotas Manager werden Saitos Meinung gerne hören. Denn der Konzern hegt im Bereich Robotik und Künstliche Intelligenz große Ambitionen. Toyota möchte zu einem Massenhersteller von Robotern werden, um den Menschen das Leben zu erleichtern. Und die Firmenführung ist bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen und beträchtliche Verluste zu tolerieren. Schließlich handelt es um keine kurzfristige Laune, sondern einen langfristigen Plan.

Nach jahrzehntelanger Erfahrung mit Produktionsrobotern gründete Toyota bereits 2005 die Abteilung für Partnerroboter. 200 Fachleute entwickeln heute dort. Ihr Debüt feierten sie mit einer virtuosen Roboterband auf der Weltausstellung in Toyotas Heimatpräfektur Aichi – mit Trommelwirbel, Trompete und Geigenklang. Die Idee war, dass sich die Robotertechniken für Fabriken, Autos und das engere Lebensumfeld des Menschen gegenseitig befruchten und so die Entwicklung beschleunigen und verbilligen.

Zehn Jahre später erhöhte Konzernchef Akio Toyoda, der Ur-Enkel des Ur-Toyota-Gründers Sakichi Toyoda, das Tempo. 2016 rief er in Kalifornien das Toyota Research Institute ins Leben, das vor allem Künstliche Intelligenz für alle Lebens- und Arbeitslagen, aber auch Robotik entwickeln soll. Immerhin stattete er das Abenteuer für die ersten fünf Jahre mit einem Budget von einer Milliarde US-Dollar aus und überhöhte die Gründung zu einem historischen Ereignis.

Die Bedeutung seiner Gründung sei vergleichbar mit der Schaffung des Autoherstellers vor 80 Jahren durch den Webstuhlhersteller Toyota Industries, sagte Toyoda damals. Sprich: Toyoda will zum Webstuhlhersteller und dem Autobauer einen weiteren Toyota hinzufügen, der womöglich wieder größer als die Ahnen wird.

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