Aufschwung
Deutsche Software ist wieder gefragt

„Traurig“, „bedeutungslos“ – kommt die Sprache auf die deutsche Software-Industrie, fallen die Urteile zumeist vernichtend aus. Doch der Blick auf die Details zeigt: In einigen Bereichen hat die deutsche Software-Industrie in den letzten Jahren international an Bedeutung gewonnen, auch jenseits des führenden Konzerns SAP.

FRANKFURT. Anwendungen „Made in Germany“ sind im Ausland gefragter denn je. Firmen wie die Darmstädter Software AG oder die Saarbrücker IDS Scheer erzielen mittlerweile den größten Teil ihrer Umsätze außerhalb des Heimatmarktes.

„Die Akzeptanz deutscher Software-Firmen im Ausland ist in den letzten Jahren eindeutig gestiegen“, sagt Christian Glas vom Marktforschungs- und Beratungshaus Pierre Audoin Consultants (PAC) in München. „Die deutschen IT-Unternehmen werden rund um den Globus wieder stärker wahrgenommen. Dieser Trend wird sich fortsetzen“, bestätigt Karl-Heinz Streibich, der Vorstandschef der Software AG.

Er macht mehrere Gründe für diese Entwicklung verantwortlich. Neben der hohen Anerkennung deutscher Technologie spiele der Wunsch nach alternativen Anbietern eine große Rolle. Die digitale Unabhängigkeit habe die deutsche Software-Industrie zu einem Exportschlager werden lassen. „Unsere Branche ist schon heute größer als die Automobilindustrie. Wir haben gute Chancen, auch in der Informationstechnologie zu den Export-Weltmeistern zu werden“, sagt Streibich.

Die internationale Anerkennung hat auch das Selbstbewusstsein der im Ausland lange Zeit kaum wahrgenommenen deutschen Software-Manager gesteigert. Ein Beweis dafür ist die Übernahme der US-Firma Webmethods durch die Software AG. Es ist mit 546 Mill. Dollar eine der bislang größten Software-Übernahmen durch einen europäischen Anbieter in der „Heimat der Software“.

Dennoch habe es keinerlei Ressentiments gegeben, berichtet Streibich. „Ich war überrascht darüber, wie gut fast jeder dort drüben unsere Firma kannte.“ So habe man sechs Wochen vor der Ankündigung des Deals das Ziel formuliert, den Umsatz bis 2011 auf eine Milliarde Euro steigern zu wollen. „Das wusste jeder in den USA, mit dem wir zu tun hatten", sagt Streibich. Zusammen mit WebMethods wird der Auslandsanteil der Darmstädter nach Angaben von Streibich auf satte 90 Prozent steigen und damit sogar zehn Prozentpunkte höher liegen als bei SAP.

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