Ausgebremst
Überflieger Google stößt an seine Grenzen

Lange schien Google auf Erfolg programmiert: Die Produktpalette war längst nicht mehr nur auf den Suchmaschinendienst begrenzt. Zuletzt kündigte der Internetriese etwa an, mit einem eigenen Online-Bezahlservice der Ebay Tochter Paypal Konkurrenz zu machen und letzte Woche dann stellte Google eine neue kostenlose Video-Software vor. Jüngste Folgen der Expansion: Die Aktien stiegen auf über 300 US-Dollar. Doch der Höhenflug scheint gestoppt, es mehren sich Probleme.

HB DÜSSELDORF. Gescheitert ist Google etwa mit der Idee, die Stichwortsuche durch Fernseh-Mitschnitte zu erweitern. Geplant war Folgendes: Wer etwa "Michael Jackson" als Suchbegriff bei Google eingibt, kann auch auf Bilder oder Mitschnitte aus Fernsehshows zugreifen. Doch noch bevor es mit dem neuen Produkt richtig losging, war auch schon wieder Schluss.

Das Problem: Google hatte keine Erlaubnis der Sender. Zwar wurde verhandelt, doch während die Gespräche noch liefen, da verkündete Google, die digitale Datenbank der Fernsehmittschnitte sei bereits in Arbeit.

Die Sender gingen an die Decke. Google solle die Hände von ihren Inhalten lassen, sie drohten damit, den Internetanbieter zu verklagen - wegen Missachtung der Copyright-Rechte. "Dies ist nicht die Art wie man Geschäfte macht, egal ob man ein junges oder altes Unternehmen ist", sagte etwa Rick Cotton, Berater bei der zu General Electric gehörenden Universal-Gruppe. Federführend im Streit mit Google waren zudem die Führungsrige der Unterhaltungsgiganten Viacom und Warner Bros.Television.

Doch ebenso deutlich wie selbstsicher war auch die Reaktion. Google behauptete im Gegenzug, es sei legal, die Programme aufzunehmen und abzuspielen, solange es sich nur um Auszüge handele.

So gelassen sich das Unternehmen allerdings gab, war es offenbar nicht. Denn Google ruderte zurück. So erklärte die Chefin von Google-Video, Jennifer Feikin: Sobald ein Sender darum bitte, würden die Fernsehshows aus der Suchmaschine entfernt. Und trotzdem blieb sie dabei: Die Reaktionen der Fernsehindustrie seien überwiegend positiv.

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