Auswertung von Videodaten
Software hilft bei der Terrorabwehr

Angesichts der wachsenden Gefahr terroristischer Anschläge arbeiten Firmen wie IBM an Techniken zur Gefahrenabwehr. Vor allem die biometrische Echtzeit-Erkennung von Bildern aus Videoüberwachungskameras könnte die öffentliche Sicherheit erhöhen. Während heute noch Tage zur Auswertung von Videoaufnahmen vergingen, könnte dies in Zukunft binnen Sekunden geschehen.

BERLIN. So scannt das IBM-System „Smart Surveillance Solution“ automatisch die Daten diverser Kameras, Sensoren, Einbruchmeldesysteme, von Radargeräten und Tonaufnahmen. Das System könnte beispielsweise verdächtige blaue Autos ausfindig machen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Ort erfasst wurden. IBM-Experte Benedikt Giese, Spezialist für Videoüberwachung, spricht von einer sekundenschnellen Suche in Kamera-Material aus zwei Tagen, vergleichbar dem der versuchten Kofferbomben-Anschläge von Dortmund und Koblenz. Kriminalisten bräuchten für das Sichten des Materials mehrere Tage.

Ebenfalls auf vorhandenes Datenmaterial setzt die IBM-Datenbank „Global Name Recognition“. Sie gleicht aus einer Milliarde gespeicherter Namen ab, ob jemand durch eine geringfügige Veränderung seines Namens versucht, Wohnsitze oder Visa doppelt zu beantragen – etwa indem er seine wahre Identität durch gezielte Tippfehler, akademische Titel oder Doppelnamen zu verschleiern sucht. Das System liefert eine Wahrscheinlichkeitsbewertung zur Übereinstimmung mit den gespeicherten Namen.

Verschleierungskünstlern will auch die Dresdner Firma Cognitec auf die Spur kommen – mit einer IT-gestützten Gesichtserkennung, die sich von Frisuren, Hüten, Brillen und Ähnlichem nicht beirren lässt. Die Software erkennt charakteristische Gesichtszüge und liefert das gespeicherte Foto der Datenbank zur Momentaufnahme.

Bei einem Test des Bundeskriminalamtes (BKA) am Mainzer Hauptbahnhof wurde eine Trefferquote von 60 Prozent erreicht. Basis war eine Datenbank mit 200 registrierten Personen, die im Gewimmel der Haupttreppe herauszufiltern waren. Auch wenn das Ergebnis auf den ersten Blick ernüchternd wirkt, heißt es im Report des BKA. Das Projekt Foto-Fahndung habe bestätigt, dass es technisch möglich sei, biometrische Gesichtserkennungssysteme in Fahndungsszenarien einzusetzen.

Treffsicherer wäre eine 3D-Technik, doch die lässt weiter auf sich warten. „In kontrollierten Umgebungen wie der Zutrittskontrolle von Gebäuden funktioniert die 3D-Erkennung. Im Moment ist es allerdings noch nicht möglich, dreidimensionale Bilder in größeren Entfernungen zu erfassen“, sagt Jürgen Pampus, Mitgründer und Gesellschafter von Cognitec. Derzeitige 3D-Technik liefere keine besseren Ergebnisse als die aktuelle zweidimensionale Technik.

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