Benq-Siemens gefragt
Handybauer setzen weiter auf Deutschland ­

Die auf der Cebit versammelten Handybauer sehen trotz des engen Marktes weiter gute Absatzchancen in Deutschland und wollen sich gegenseitig Marktanteile abjagen.

dpa HANNOVER. "Wir glauben, dass das Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist", sagt Axel Kettenring vom japanisch-schwedischen Gemeinschaftsunternehmens Sony Ericsson. In diesem Jahr sei in Deutschland mit einem Marktwachstum zwischen acht und zehn Prozent zu rechnen. "Wir wollen schneller wachsen." Ähnlich schätzt der größte Anbieter Nokia die Lage ein. "Der Markt ist im vergangenen Jahr sehr stark gewachsen und verspricht auch in diesem Jahr wieder sehr interessant zu werden", sagt Deutschland-Chef Karsten Schilly.

Die Zeiten, in denen ein Handy nur als Telefon und zum Verschicken von SMS verwendet wurde, neigen sich ihrem Ende zu. Der Ausbau des UMTS-Netzes auf Übertragungsgeschwindigkeiten, die mit denen klassischer DSL-Anschlüsse im Festnetz vergleichbar sind, eröffnet nicht nur Chancen für die Anbieter, sondern auch für die Hersteller von Handys. Das Fernsehen für Unterwegs ist ebenso im Kommen wie der Download von Musik aus dem Internet auf den mobilen MP3-Player. Nokia zum Beispiel will in diesem Jahr 80 Mill. Geräte mit integrierten MP3-Playern ausliefern. Dafür aber sind neue, leistungsfähigere Mobiltelefone notwendig. Und hier sehen die Hersteller ihre Chance. "Der UMTS-Markt wird sich in Deutschland besonders in der zweiten Jahreshälfte sehr stark entwickeln", sagt Schilly.

Wieder im Konzert der Großen mitmischen will der neu geformte Handybauer Benq-Siemens. Die defizitäre Mobilfunksparte von Siemens war im vergangenen Oktober von der koreanischen Benq geschluckt worden und soll nun im Eiltempo saniert werden, da der Marktanteil erheblich geschrumpft ist. Bislang haben die Münchner zwölf neue Geräte auf den Markt geworfen, hinzu kommen die bisherigen Produkte von Siemens. Benq setzt dabei aber nicht nur auf edle Optik, sondern auch auf Multimedia-Features und Hochgeschwindigkeit. Rund ein Drittel der Geräte ist UMTS-tauglich. Die Nachfrage nach neuen Modellen entwickele sich sehr gut, sagte Benq-Siemens-Chef Clemens Joos. "Ich bin sehr zufrieden mit den Bestellungen."

Auch bei den Mobilfunkanbietern scheinen die Handys anzukommen. "Mein erster Eindruck von den Benq-Handys ist positiv", sagt T-Mobile-Chef Rene Obermann. "Die grundsätzlichen Veraussetzung für eine gute und enge Zusammenarbeit sind gegeben. Es ist aber noch zu früh, um über Stückzahlen zu reden." Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen gibt sich etwas zurückhaltender: "Wir hatten immer Siemens im Programm und wir werden Benq-Siemens im Programm haben. Die Produkte sind aber neu, und wir müssen sehen, wie die am Markt ankommen." Die Breitbandfähigkeit der Handys sei aber ein Pluspunkt und passe gut ins Konzept von Vodafone. Die Briten setzen stark auf mobile Medienanwendungen wie Sport, Serien oder Filmen fürs Handy sowie Downloadfunktionen.

Zunächst einmal heißt die Devise auf dem Handymarkt derzeit alle gegen einen. Die weltweite Nummer Zwei Motorola bläst zum Angriff gegen Branchenführer Nokia. Und auch die kleineren Anbieter wie Sony Ericsson, Samsung, LG oder Benq-Siemens wollen ein möglichst großes Stück vom Kuchen. Mit dem Klapphandy Razr hatten die Amerikaner im Schlussquartal 2005 das meistverkaufte Handy auf den Markt gebracht und damit dem Platzhirsch aus Finnland Marktanteile abgejagt.

Doch auch Motorola hat Verfolger wie Samsung auf den Fersen. "Wir möchten uns als klare Nummer Zwei nach Nokia etablieren", sagt Marketing-Chef Norbert Strixner. "Wir gehen davon aus, dass wir ein Wachstum deutlich über dem des Marktes hinbekommen. Unser Ziel für 2006 ist ein Marktanteil von rund 20 Prozent.

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