Blockadebrecher
Neue Software bremst Internet-Zensur aus

US-Forscher haben ein System entwickelt, das es Nutzern in Ländern mit Internetzensur ermöglicht, blockierte Websites aufzurufen. Der Clou: Es nutzt eine Technik, die Zensoren sonst für ihre Zwecke verwenden.
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BerlinWissenschaftler der Universität des US-Bundesstaates Michigan in Ann Arbor haben ein System entwickelt, das es Nutzern in Ländern mit Internetzensur ermöglichen soll, gesperrte Websites dennoch aufzurufen. Die Wissenschaftler um Alex Halderman wollen das System in der kommenden Woche auf dem Usenix Security Symposium vorstellen.

Telex sei, so schreiben die Entwickler, „ein neuer Ansatz, staatliche Internetzensur zu umgehen.“ Das System besteht aus zwei Komponenten: einer Software auf dem Rechner des Nutzers und einer auf dem Server eines Internet Service Providers (ISP), der Telex-Station.

Will der Nutzer eine zensierte Website besuchen, ruft er zunächst eine beliebige auf, zu der die Zensoren den Zugang nicht blockieren. Auch in Ländern, in denen das Internet stark reguliert ist, sind nie alle ausländischen Websites gesperrt. Zu dieser Seite öffnet die Telex-Software eine verschlüsselte Verbindung, wie sie beispielsweise auch beim Onlinebanking genutzt wird.

Den Aufruf für die blockierte Seite versteckt die Software in einem Marker, der in den Seitenaufruf für die nicht blockierte Website eingebettet wird. Dies geschieht mit Hilfe von Steganografie. Um den Marker zu erkennen, bedarf es eines Schlüssels. Wer den nicht hat – also die Systeme der Zensoren – weiß nicht, dass er überhaupt verschickt wurde.

Die Telex-Stationen im Ausland hingegen verfügen über diesen Schlüssel. Sie erkennen deshalb den Marker und leiten den Aufruf an die Website weiter, die der Nutzer tatsächlich aufrufen wollte. Bei der Auslieferung wird dann der Datenstrom so verändert, dass es aussieht, als werde die Seite ausgeliefert, die der Nutzer vermeintlich aufgerufen hat.

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Den China-Test hat das System bestanden

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  • Auch in Deutschland werden Betreiber von Anonymisierungsservern von der Polizei schikaniert, z.B. durch Hausdurchsuchungen um 6 Uhr morgens mit Beschlagnahme der Hardware, obwohl die Entwicklung solcher Anonymisierungssoftware vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

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