Branche sieht Krise als überwunden an
Cebit: Weniger Besucher, mehr Aussteller

Die High-Tech-Industrie sieht ihre Krise endgültig als überwunden an und die meisten Unternehmen schaffen wieder neue Jobs. Am Mittwoch ging die weltgrößte Computermesse mit allgemein guter Stimmung zu Ende - einen Tag vor dem Job-Gipfel im Kanzleramt.

HB HANNOVER. Die Ausstellerzahl stieg wieder an, die Besucherzahl allerdings ging leicht zurück. Dabei kamen insgesamt aber deutlich mehr Fachbesucher, also potenzielle Kunden. Die Cebit war zudem so international wie nie zuvor - vor allem mehr Asiaten kamen nach Hannover. Der Branchenverband Bitkom berichtete, der Umfang der Geschäftsabschlüsse auf der Cebit liege über dem Niveau des Vorjahres. Dies lasse auch auf ein gutes Nachmessegeschäft hoffen.

Eine Euphorie wie zu Boomzeiten Ende der 90er Jahre allerdings fehlte auf der diesjährigen Messe, spektakuläre Neuheiten ebenfalls. Die Cebit aber zeigte: das mobile Zeitalter nimmt zunehmend Gestalt an - und: Computer-Industrie und Unterhaltungselektronik wachsen immer mehr zusammen. Die Vernetzung digitaler Geräte schreitet weiter voran. Allgegenwärtig war das digitale Zuhause - sichtbar an den gemütlichen Sitzgruppen um riesige Flachbild- Fernseher auf vielen Ständen. Die Hälfte aller Computer-Nutzer würden laut einer Studie gerne einen PC als interaktive Unterhaltungszentrale im Wohnzimmer nutzen.

Weitere Schwerpunkte: der "Dauerbrenner" Sicherheit, das Video- Format der Zukunft und der Einsatz von Software in der öffentlichen Verwaltung. Im Focus standen außerdem das Telefonieren übers Internet, IT-Lösungen für den Mittelstand und erneut die schnelle Handy-Technik UMTS.

Milliarden hatten sich die Mobilfunkanbieter die UMTS-Lizenzen und den Netzaufbau kosten lassen - nun wollen sie langsam die Früchte der teuren Saat ernten. Auf der Cebit rührten deshalb Netzbetreiber wie Gerätehersteller gleichermaßen die Werbetrommel. 2005 soll UMTS endlich ein Erfolg werden: Nach einer Bitkom-Prognose soll sich die Zahl der UMTS-Nutzer in Deutschland bis zum Jahresende auf rund 2,5 Millionen verzehnfachen - bei einem Gesamtmarkt von rund 72 Millionen Handys im vergangenen Jahr.

Im internationalen Vergleich allerdings hinkt Deutschland bei der UMTS-Nutzung weit hinterher - wie auch bei anderen Technologien, etwa der schnellen Internet-Technik Breitband. Nur knapp jeder fünfte Haushalt in Deutschland verfügt bereits über einen Breitbandanschluss, deutlich weniger als in vielen anderen Industriestaaten.

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