Cebit in Hannover
Startschuss für die IT-Welt der Zukunft

Mit virtuellen und flexiblen Systemen wollen die Anbieter von Informationstechnologie auf der diesjährigen Cebit bei ihren Kunden punkten.

HANNOVER. Zur 21. Auflage der Cebit könnte ein lang gehegter Wunsch vieler IT-Leiter in Erfüllung gehen: Endlich Computersysteme, die sich dynamisch an die Anforderungen des Geschäfts anpassen, anstatt nötige Neuerungen zu verzögern. Wenn in Hannover morgen die Tore zur weltgrößten High-Tech-Messe öffnen, steht das Thema Flexibilisierung zurecht weit oben auf der Agenda. Weltweit geben Unternehmen für ihre IT-Systeme in diesem Jahr 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr aus, erwarten die Marktbeobachter von IDC. Ein guter Teil dieses Geldes wird dabei in flexible Systemlandschaften investiert. Dem Versprechen vieler Hard- und Softwarehersteller zum Trotz sind die Systeme bislang meist alles andere als flexibel: Oft dauert es viel länger, einen neuen Handytarif oder Fondssparplan in Datenbanken, Kundenbetreuungs- oder Buchhaltungssysteme einzupflegen als ihn zu konzipieren und seine wirtschaftlichen Folgen auszurechnen.

Es mutet fast schon ironisch an: Ausgerechnet wegen des Spardiktats der letzten Jahre sind viele Unternehmen in Deutschland besser denn je für den informationstechnischen Evolutionsschritt gewappnet. Weil die wild gewachsenen, oft individuell programmierten Altsysteme zu teuer im Unterhalt waren, wurden sie Schritt für Schritt durch Standardanwendungen ersetzt. Folge: Unter der Haube sehen sich mittlerweile immer mehr Unternehmen ziemlich ähnlich: SAP im Finanzbereich, SAP oder Siebel als CRM-System, Oracle bei den Datenbanken, dazu Server auf Linux-Basis oder mit Microsoft-Technologe. "Der erhöhte Grad an Standardisierung ist die Grundlage für die neue Entwicklung", sagt Wilhelm Dresselhaus, Leiter Application Services der Unternehmensberatungssparte von IBM.

Hinzu kommt: Immer mehr Softwarepakete werden nicht mehr direkt verkauft, sondern als Dienstleistung bereit gestellt. Der Aufwand für die Pflege von Systemen beim Anwender entfällt. Statt dessen kommt die jeweils neuste Version der Unternehmensanwendung direkt vom Hersteller aus der Datenleitung, wenn sie gebraucht wird. "Software as a Service" heißt das Konzept, das mittlerweile auch die großen Geschäftssoftwareanbieter wie SAP, Oracle oder Microsoft verinnerlicht haben.

Wo ähnliche Standardanwendungen wie SAPs Finanzmodule auf immer ähnlicheren Hardwarelandschaften betrieben werden, steigen natürlich die Möglichkeiten, einzelne Bestandteile als Ganzes heraus zu lösen, neu zu formieren - oder auszulagern. "Die IT-Landschaft eines Unternehmens dient mehr und mehr als Drehscheibe für die Kopplung von Services", sagt Martin Bettels, Vice President Alliances & Innovation der Technologieberatung Capgemini. IT-Serviceanbieter wie IBM, HP oder T-Systems machen deshalb mit On-Demand-Angeboten gute Geschäfte. Zwei Technik-Trends werden diese Entwicklung hin zu flexibilisieren Systemen noch verstärken: Die Virtualisierungstechnologie und der Aufbau Service-orientierter Architekturen (SOA).

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