Datensicherheit
Das Web steckt in der Vertrauenskrise

Lange hat die IT-Industrie das Thema Sicherheit auf die leichte Schulter genommen. Doch immer neue Datenskandale sorgen beim Konsumenten für Verunsicherung. Auf der Cebit will die Branche Vertrauen zurückgewinnen.
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FrankfurtHacker spionieren über zehn Jahre den kanadischen Netzwerk-Spezialisten Nortel aus, beim Elektronikkonzern Philips entwenden digitale Eindringlinge 200.000 Kontaktdaten, 24 Millionen Datensätze von US-Kunden der Amazon-Tochter Zappos gelangen in falsche Hände. Das sind Nachrichten nur aus diesem Jahr.

Das Internet ist zu einem gefährlichen Ort geworden. Das weltumspannende Computernetz steckt in einer tiefen Vertrauenskrise. Und da heute alles vernetzt ist, ist die Krise des Webs längst auch eine der gesamten IT.

„Wenn die Konsumenten das Vertrauen in das Internet verlieren, wird das die Verbreitung von Breitband, das Online-Geschäft und die Kommunikation belasten und damit all die Vorteile, die damit verbunden sind“, warnte Julius Genachowski, der Chef der US-Kommunikations-Kommission FCC, vor wenigen Tagen in einer Rede in Washington.

Wenn schon die Amerikaner um die Zukunft des Internets fürchten, heißt das viel. Denn das Land geht traditionell locker mit dem Datenschutz um. Doch das war gestern. Angesichts der massiv wachsenden Zahl von Angriffen fürchtet die US-Regierung nicht nur um die Zukunft des weltweiten Computernetzes. Sie sorgt sich vor allem um die Geschäfte, die dort abgewickelt werden.

Die Experten von Boston Consulting schätzen, dass das Geschäftsvolumen der G20-Staaten im Web bis 2016 auf 4,2 Billionen Dollar steigen wird. 2010 waren 2,3 Billionen Dollar. Eine Summe, die in den Augen der Politik ausreichend Argumente liefert, etwas gegen die Vertrauenskrise zu unternehmen.

So will die kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala Harris den Wildwuchs beim Missbrauch privater Daten durch Smartphone- oder Tablet-Software mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung von Anbietern wie Google oder Apple bekämpfen.

Für die IT-Branche ist das eine gefährliche Entwicklung. Andere sind dabei, das Ruder beim Thema Sicherheit zu übernehmen. Sie selbst sind in die Defensive geraten.

Kommentare zu " Datensicherheit: Das Web steckt in der Vertrauenskrise"

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  • Bald wird es zur Pflicht, seine Daten in der Cloud abzulegen. Private Festplatten sind verboten. Alle Daten müssen zu jeder Zeit von der Regierung einsehbar sein. Aber auch große Firmen, wie Google, Facebook usw. dürfen mit den Daten machen was sie wollen und was sie noch reicher macht. Denn für die Gewinne dieser Firmen wiederum kassieren die Regierungen Steuern. Und man kann Bonuspunkte sammeln, indem man ein Familienmitglied anzeigt, dass noch nicht alle Daten in die Cloud gestellt hat.

  • Daten die sicher sein sollen, liegen bei mir auf einem Notebook ohne Internetzugang. Da sind sie sicher, da das Notebook nicht vernetzt ist und alle daten per Hand eingegeben werden.
    Der größte Schei... neben der Unsicherheit sind aber die Banner, mit denen Geld verdient wird. Immer hat man bei jedem Internetzugang einen ganzen Schwarm dieser Zecken auf dem Bildschirm.
    Ich freue mich schon auf den Moment, wenn ich das Internet nicht mehr für private und geschäftliche Zwecke brauche.
    Verbleibt der Staat als der größte Schnüffler. Wenn eine Steuererklärung via Internet zur Pflicht wird, verlagere ich meinen Betrieb ins Ausland.

  • Ich möchte nicht wissen wie viel Hacker von wem engagiert worden sind.

    Meiner Ansicht nach hat der Anwender nicht das vertrauen in das web verloren,sondern in die Politiker.

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