IT-Messe
Wie die Cebit der Konkurrenz trotzen will

Die Cebit in Hannover ist noch immer die mit Abstand größte IT-Ausstellung der Welt. Doch die Messen in Barcelona und Las Vegas sorgen mittlerweile für viel mehr Schlagzeilen. Warum die Messe sich modernisieren muss.
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München/Frankfurt/DüsseldorfAusgerechnet die Cebit, die größte IT-Ausstellung der Welt, hatte anderthalb Wochen vor der Eröffnung mit Server-Problemen zu kämpfen. Jedes Mal, wenn man sich am vergangenen Wochenende auf deren Homepage anmelden wollte, tauchte eine Fehlermeldung auf dem Bildschirm auf. Dabei muss der Veranstalter, die Deutsche Messe AG in Hannover, froh sein über jeden potenziellen Besucher: Unter den großen Ausstellungen für die Informations- und Telekommunikations-Technik findet ein Umbruch statt, wie es ihn noch nicht gegeben hat. Die Machtverhältnisse verschieben sich dramatisch - zulasten der Cebit. 


Die Ausstellung ist zwar noch immer der unangefochtene Marktführer weltweit. Doch andere Messen sorgen rund um die Erde für weit mehr Aufmerksamkeit. 

Die Consumer Electronics Show (CES), vor ein paar Jahren noch eine vom Aussterben bedrohte Elektronikschau in Las Vegas, ist inzwischen die Plattform schlechthin, auf der die Unternehmen gleich zu Jahresbeginn ihre neuen Computer und Handys vorstellen. "Die CES heute erinnert mich an die Cebit, als sie noch eine wichtige Messe war", sagt Carolina Milanesi vom Marktforscher Gartner. 

Welche Geschäftsideen mit den vielen neuen, tragbaren Geräten möglich sind, das zeigt wenige Wochen später die große Mobilfunkschau in Barcelona. Dort treffen sich Netzausrüster und Netzbetreiber, Handyhersteller und Computerbauer, seit kurzem sind sogar Inhalteanbieter wie Google und Yahoo mit dabei. Für die Cebit ist der Aufstieg der Konkurrenz eine massive Bedrohung. Seit Jahren versuchen Messeleitung und der IT-Branchenverband Bitkom, dem Aussteller- und Besucherschwund nach dem Platzen der Internetblase entgegenzuwirken. Mit mäßigem Erfolg. Zuletzt kamen lediglich 334 000 Besucher. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatten sich noch mehr als 800 000 Menschen auf das Gelände gedrängt, um die 8 000 Stände anzuschauen. 

Erst wollten die Messemacher verstärkt das Fachpublikum anlocken und die Cebit als IT-Kongress etablieren. Den Niedergang konnte das nicht stoppen. Nun soll die Messe wieder ein "Eldorado für den interessierten privaten Besucher" werden, wie Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer es formuliert. Immerhin: Dieses Jahr sind 4 200 Firmen mit dabei, 50 mehr als 2010. Über die Grenzen Deutschlands und seiner Nachbarländer hinaus interessiert die Schau jedoch immer weniger Leute. Weder gibt es echte Weltpremieren anzuschauen, noch lassen sich die wirklich bekannten IT-Manager in nennenswerter Zahl sehen. 

Zwar wird kein geringerer als IBM-Chef Sam Palmisano in diesem Jahr zur Eröffnung sprechen und wird auch Telekom-Chef Rene Obermann da sein, doch einem Prominenten-Vergleich mit Barcelona hält die Cebit schon lange nicht mehr stand. Ob Cisco-Chef John Chambers, Google-Boss Eric Schmidt, Intel-CEO Paul Otellini, Microsoft-Chef Steve Ballmer oder Yahoo-Chefin Carol Bartz, sie alle fanden den Weg nach Spanien, doch nicht nach Niedersachsen. 

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