Cebit 2017
Wie Japan um deutsche Partner wirbt

Japan nutzt die Cebit für eine Großdemonstration ostasiatischer Innovationen. Selbst Ministerpräsident Shinzo Abe legt sich ins Zeug. Das Land will vor allem potentielle Partner aus Deutschland überzeugen.
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TokioFür das Cebit-Partnerland Japan ist die Messe ein ganz großes Ding. Sogar Ministerpräsident Shinzo Abe eilt herbei, um am Sonntag mit Kanzlerin Angela Merkel die Teilnehmer willkommen zu heißen. Am Montag werden beide Eröffnungsreden halten. Und mitgebracht hat der Regierungschef der zweitgrößten Volkswirtschaft Asiens die größte Messebeteiligung eines Gastlandes aller Cebit-Zeiten.

Fast 200 japanische Firmen sind vertreten. Allein 118 stellen am Japan-Pavillon von Japans Außenhandelsorganisation Jetro aus. Denn Merkel und Abe haben voriges Jahr nicht nur dafür gesorgt, dass Japan das Partnerland der Messe wurde. Sie schoben auch diverse Kooperationsabkommen an, um die Länder im kommenden Zeitalter von Robotern und Künstlicher Intelligenz in der Weltspitze zu halten. Damit schien für Japan klar, „dass Deutschland enthusiastisch glaubte, dass Japan der beste Partner ist, um dieses Ziel zu erreichen,” meint Jetro-Chef Hiroyuki Ishige gegenüber dem Handelsblatt.

Dementsprechend erwiderte Asiens zweitgrößte Volkswirtschaft die höchstamtliche Rückendeckung mit einem in Deutschland noch nie dagewesenen Schaulaufen neuester Technik aus Japan. Roboter für die Fabriken und für die Wohnzimmer, smarte Systeme für die Datenauswertung – die Spannbreite ist weit. Und die Firmen kommen nicht nur, weil die Politik ruft, meint der Vizevorsitzende von Japans Unternehmensverband und Hitachi-Chairman Hiroaki Nakanishi im Handelsblatt: „Wir wollen auf höchster Ebene über die Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft sprechen.“

Hiroshige Seko, Japans Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti), sieht sich dadurch ermutigt. „Ich glaube, dass die große Beteiligung ein Zeichen der Begeisterung der japanischen Firmen ist, die mit Deutschland wachsen wollen,“ meint er zum Handelsblatt. In seinen Augen ist die Cebit die beste Gelegenheit, der Welt neue Strategien für die – wie es in Japan heißt – „super-smarte Gesellschaft“ der Zukunft zu zeigen.

Außerdem steht die Partnersuche an. „Die Zusammenarbeit in der CeBIT ist der erste Schritt für den weiteren Aufbau von Beziehungen zwischen Japan und Deutschland“, so der Minister. Mehr noch: Er möchte, dass sich beide Länder im Zeitalter fortschreitender Digitalisierung strategisch die Hände reichen „und die Welt anführen“. Denn auch er hält Japan und Deutschland für natürliche Partner für die neue globale industrielle Revolution.

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