Microsoft und der Angriff auf Oracle
Kampf um das Herz der Industrie 4.0

Es ist der Krieg, der im Stillen seit Jahren geführt wird. Doch jetzt ist Microsoft-Chef Satya Nadella persönlich gekommen, um ihn ins Rampenlicht zu zerren. Der Kampfplatz der Giganten: ein 50-Milliarden-Dollar-Markt.

New YorkDonnerstagmorgen in New York. Nadella stellt die 2016er Version von Microsofts Datenbank-Servers SQL (sprich „Sequal“) vor. Vor 20 Jahren hätte das niemanden außerhalb der IT-Industrie interessiert. Doch das ist im Internetzeitalter anders. Daten sind die „neue Elektrizität“ oder das „Rohöl der digitalen Welt“, wie Experten schwärmen. Und Datenbanken spielen im Hintergrund die Schlüsselrolle.
Sie speichern mittlerweile nicht nur gigantische Mengen von Daten. Sie sind zum Dreh- und Angelpunkt für „Big Data“ geworden, für Analyse und „Business-Intelligence“. Das ist die Wissenschaft, die aus Daten in Sekunde-Bruchteilen hilfreiche Informationen macht, mit denen Milliardenunternehmen gelenkt werden.

Vor dem Hintergrund des Industriellen Internets der Dinge, das Milliarden von Geräten, Menschen und Sensoren vernetzen wird, steigt der Bedarf an Hochleistungsdatenbanken tagtäglich. Der potenzielle Markt wird vom Analysehaus Gartner auf 50 Milliarden Dollar veranschlagt.

Kein Wunder, dass vier der reichsten Männer der Welt aggressiv um diesen Markt streiten. Da ist Larry Ellison, Gründer und Präsident von Oracle mit einem Jahresumsatz von 38 Milliarden Dollar, aber ohne Wachstum im Stammgeschäft. Dagegen die Microsoft-Großaktionäre Bill Gates und Steve Ballmer, vertreten durch Vorstandschef Satya Nadella. Microsoft kam 2015 auf 51 Milliarden Dollar Business-Umsatz, wobei Datenbanken laut Barb Edson, General Manager Datenplattformen, „bereits der größte Einzelbereich darstellt“. Und dann ist da Jeff Bezos, Gründer von Amazon.com. Sein Cloud-Anbieter AWS setzt schon acht Milliarden Dollar um und bietet jetzt eigene Datenbanken an.

Der Angriff, den Satya Nadella an diesem klaren Wintermorgen im 43. Stock des „Time Inc“-Hochhauses reitet, hat es in sich. Eine komplette Datenbank-Installation für ein kleineres Unternehmen mit allen Optionen bis zur Business-Intelligence kostet bei Oracle laut Listenpreis 3,74 Millionen Dollar - pro Jahr. Nadella verspricht eine vergleichbare Installation schon für 320.000 Dollar. Und wer einen bestehenden Oracle-Vertrag nachweisen kann, der bekommt die SQL-Server-Lizenz sogar kostenfrei.

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Systemwechsel als OP am offenen Datenherzen

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