Computermesse in Hannover
Die diesjährigen Trends der Cebit

"Große Trends oder bahnbrechende Neuentwicklungen erwarten wir auf der Cebit nicht", sagte der Europa-Chef des Software-Unternehmens Novell, Volker Smid, in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Die Industrie entwickele sich seit Jahren evolutionär und nicht revolutionär. Dennoch dürften einige Themen etwas mehr Aufmerksamkeit erregen.

HB HANNOVER. Die Cebit ist zwar insgesamt nicht mehr das, was sie mal war. In diesem Jahr fehlen nicht nur wie bisher schon Apple, Hewlett-Packard und Cisco, sondern auch wichtige Hersteller wie Motorola, Nokia, Lenovo, Epson und Symantec. Andere aber schätzen die Cebit weiter als "gutes Barometer für die wirtschaftliche Situation und die Stimmung im Markt" - so formuliert es Novell-Manager Smid. Große Hoffnungen ruhen auf diesen Themen:

Schnelles Internet überall

Neue Dienste auf UMTS-Basis sollen es endlich möglich machen, dass man auch unterwegs von den Vorzügen schneller Datenleitungen profitieren kann. Das ist die Voraussetzungen für den Erfolg mobiler Dienste zum Beispiel für Video oder Musik. Aktuell werden Netze für Download-Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 MBit pro Sekunde aufgebaut - mehr als viele auf ihrer heimischen DSL-Leitung haben. Die Kosten für die Nutzung sind aber natürlich viel höher.

Alles via IP

Die Entwicklung ist erst am Anfang, doch viele Experten sind überzeugt, dass demnächst auch Telefonie und Fernsehen grundsätzlich als kleine Datenpakete per Internet-Protokoll (IP) geliefert werden. Für die Anbieter senkt das im Endeffekt die Kosten, da die Infrastruktur vereinheitlicht wird. Zugleich müssen die Schwächen der IP-Technik aufgefangen werden - zum Beispiel das Risiko, dass manche Datenpäckchen unterwegs verloren gehen. Erste Schritte in diese Richtung sind klar sichtbar. So rüstet Arcor sein Netz als so genanntes Next Generation Network (NGN) auf IP-Basis um, der niederländische Telekom-Konzern KPN will 2010 sein herkömmliches Telefon-Netz komplett abschalten.

Mehr Touchscreen-Displays

Geräte wie Handys oder PDAs mit berührungsempfindlichen Bildschirmen gab es schon längst. Das neue Schlagwort ist Multi-Touchscreen - Bildschirme, die auch Bewegungen mehrerer Finger auf dem Display erkennen können und somit auch eine komplexe Bedienung erlauben. Aktuelles Paradebeispiel ist das kommende erste Apple-Handy iPhone - dem Vernehmen nach kommen die Bildschirme vom deutschen Unternehmen Balda. Auch Konkurrenten setzten die Technik aber ein.

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