Datenschutz
Internet Explorer 9 erhält Trackingabwehr

Microsoft will den Datenschutz im Internet verbessern und die Funktion Tracking Protection in den Internet Explorer 9 integrieren. Damit soll die Privatsphäre der Nutzer besser geschützt werden. Anwender können bestimmen, welche Webseiten Informationen über den Nutzer sammeln dürfen. Allerdings hat der Schutz auch eine Lücke.
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BERLIN. Für einen besseren Schutz der Privatsphäre beim Internet Explorer 9 sollen künftig Tracking Protection Lists sorgen. Die entsprechende Funktion wird im Internet Explorer 9 standardmäßig abgeschaltet sein. Der Anwender muss diese also gezielt aktivieren. Dann bestimmt der Nutzer, welche Webseiten sein Verhalten im Internet verfolgen dürfen.

Die Tracking Protection Lists gibt es als White- und Blacklists. Allerdings haben Einträge in der Whitelist immer Vorrang vor dem Blacklist-Inhalt. In einer geöffneten Webseite können Anwender direkt im Browser bestimmen, welchen Quellen sie vertrauen und welchen sie keine Daten zur Verfügung stellen wollen. Da es sich zumeist um Elemente auf einer Webseite handelt, werden diese nicht mehr angezeigt, wenn sie in der Blacklist geführt sind. Die Listen enthalten die Webadressen, die von Microsoft aktuell gehalten werden.

Flash- und Silverlight-Cookies werden nicht blockiert

Eine Webadresse in der Tracking Protection Blacklist wird nur noch im Browser aufgerufen, wenn die URL manuell eingegeben wird oder der Nutzer sie gezielt per Link aufruft. Beim Surfen auf anderen Webseiten wird die betreffende URL nicht geladen. Dadurch will Microsoft das Sammeln von Nutzerdaten durch Dritte unterbinden. Microsoft verspricht, dass damit nicht nur Cookies und weitere Daten gefiltert werden. Mit der Tracking Protection werden allerdings keine Cookies von Flash oder Silverlight blockiert.

Anfang Dezember 2010 hatte die US-Handelsaufsicht gefordert, dass es ein Opt-out-Signal vor allem für soziale Netzwerke geben müsse. Mit Tracking Protection will Microsoft die Anforderungen der US-Handelsaufsicht erfüllen. Webseitenbetreiber werden über eine Javascript-API abfragen können, ob der Webseitenbesucher die Tracking Protection aktiviert hat.

Die Tracking Protection soll mit dem Release Candidate in den Internet Explorer eingeführt werden. Der Release Candidate des Internet Explorer 9 soll Anfang 2011 erscheinen.

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