Der Schlüssel für Microsofts Erfolg ist die Beherrschung des „Desktops“.
Linux drängt auch auf die Schreibtische

Das offene Betriebssystem Linux hat sich in den Rechenzentren als Alternative zur Windows-Serversoftware von Microsoft und zu Unix einen Namen gemacht. Doch ist das von einer breiten Entwicklergemeinde getragene System auch in der Lage, den „Desktop“ - also die Nutzer an den Arbeitsplätzen - zu erobern?

HB FRANKFURT/MAIN. Die Frage nach dem Einsatz „Offener Software“ wie Linux an den Schreibtischen der Mitarbeiter von Unternehmen steht am Vorabend der Fachmesse Linuxworld, die am Dienstag in der Halle 4 der Messe Frankfurt für drei Tage ihre Pforten öffnet, im Mittelpunkt des Interesses von IT-Managern.

Marktforscher Al Gillen der International Data Corp. (IDC) aus Framingham im US-Bundesstaat Massachusetts glaubt, dass Linux im Jahr 2007 etwa 6 Prozent der Benutzeroberflächen an den Schreibtischen der Sachbearbeiter (Desktop) erobern wird. Diese wäre eine Verdoppelung des Marktanteils von 2002 mit 2,7 Prozent. Das Wachstum würde auf Kosten von Microsoft gehen. Das mächtige Softwarehaus aus Redmond im US-Bundesstaat Washington beherrschte im Jahre 2002 die „Software am Schreibtisch“ mit einem fast monopolistischen Anteil von 92 Prozent.

Auch die Meta Group sieht in Deutschland für das freie Betriebssystem eine positive Tendenz. Linux hat 2004 den Durchbruch geschafft, sagte Analyst Eduard Stupening. Der Marktforscher untersuchte in einer aktuellen Studie die Open-Source-Pläne von 354 Unternehmen in der Größenordnung 50 und mehr Beschäftigte mit Sitz in Deutschland – somit sowohl von mittelständischen Betrieben wie auch von Großunternehmen. Die Untersuchung zeigte eine Gesamtdurchdringung in diesem Wirtschaftsbereich von etwa 19 Prozent für Linux und 6 Prozent für andere Open-Source-Software. Dabei tragen nach der Erkenntnis der Metagroup größere Unternehmen deutlich mehr zu diesem Trend bei als die kleineren. So müsse man für die Unternehmen in der Größenklasse 50 bis 99 Beschäftigte von etwa 10 bis 11 Prozent Open-Source-Nutzung ausgehen, dagegen in der Gruppe von mehr als 1000 Mitarbeitern im Inland von über 50 Prozent.

Der Schwerpunkt des Einsatzes von „Offener Software“ ist der Studie zufolge derzeit vor allem im Server-Bereich. Doch es scheint auch der Bereich Desktop etwas aufzuholen, so Stupening. Auch vor unternehmenskritischen Anwendungen mache der Trend zu offener Software nicht halt: Etwa 70 Prozent der Unternehmen, die Open Source heute oder demnächst im Einsatz haben, glauben, dass die Software auch auf Business Critical Servern eingesetzt werden wird. Allerdings ist nur ein Drittel der Meinung, dass business-kritische Anwendungen auch den Desktop erreichen werden. Als Vorreiter dieser Entwicklung in Deutschland sieht die Metagroup in Deutschland insbesondere die Branchen „Transport, Versorger, Telkos“, den öffentliche Sektor und den Handel. Dagegen sei Linux in Fertigungsbetriebe und Finanzdienstleister noch relativ gering verbreitet.

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